Full text: Wissenschaftliches Arbeiten

26 Zweck und Bedeutung der seminaristischen Bildungsweise 
Drittes Kapitel 
Zweck und Bedeutung der seminaristischen 
Bildungsweise 
8. Zweck der Seminare. 1. Der Zweck der wissen- 
schaftlichen Seminare ist im allgemeinen, durch geeignete 
Schulung in die wissenschaftliche Arbeitsweise einzuführen 
und so tüchtige Vertreter für die einzelnen Zweige der 
wissenschaftlichen Studien auszubilden. Daher sollen sie 
a) sachlich eine gründlichere fachwissenschaftliche Kennt- 
nis eines Gebietes vermitteln; b) formell mit der Methode 
des wissenschaftlichen Arbeitens und Forschens bekannt 
und vertraut machen; c) praktisch durch mündliche und 
schriftliche Übungen die selbständige Mitarbeit der Studie- 
renden anregen und fördern. 
Mit Recht betont H. Schrörs in seiner inhaltreichen Besprechung der 
ersten Auflage dieses Buches, daß neben der Anleitung zu wissenschaft- 
licher Produktion als Ziel der Seminarübungen „ebenso wesentlich die Ein- 
führung in die wissenschaftliche Methode überhaupt“ in Betracht kommt, 
„auch für solche Studierende, von denen nicht zu erwarten ist, daß sie 
je die Feder zu wissenschaftlichen Arbeiten ansetzen werden. In dieser 
Hinsicht ist das Seminar eine notwendige Ergänzung zu allen jenen 
Vorlesungen, die ihrer Natur nach nur die Ergebnisse der Forschung 
vermitteln, nicht in diese selbst einweihen. Für jeden, der auf wirkliche 
theologische Bildung Anspruch machen will [und das gleiche gilt von 
jedem anderen Fache], ist aber das letztere nötig, und dieses allein 
befähigt ihn, sich später in wissenschaftlichen Fragen selbständig zurecht 
zu finden. Dabei ist es keineswegs erforderlich, daß einer in allen 
Fächern seminaristisch gebildet werde, sondern es genügt zu geistiger
	        
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