der Wirbelsäule, über Haltungslehre und Haltungstypen, über Be-
kämpfung der Rückenschwäche und der Verbiegungen der Wirbelsäule.
Wenn in diesen Vorträgen die Zahl der Rückenschwächlinge auf 40 und
mehr Prozent angegeben und zugleich betont wurde, daß diese Kinder
der Gefahr einer Verbiegung der VWirbelsäule ausgesetzt seien, so war
es selbstverständlich, daß die Schulmänner bereitwilligst ihre Mitarbeit
zusagten. Auf den Konferenzen in Dortmund und Münster kam man
zu dem Ergebnis, daß für diese rückenschwachen Kinder ein Sonder-
turnen einzurichten sei, um sie vor dem verhängnisvollen Krüppeltum
mit seinen das Leben bedrohenden Einwirkungen auf die Verbildung
der inneren Organe zu bewahren. In beiden Städten, später auch noch
in einigen andern Orten sind im Anschluß an die Konferenz mehr-
tägige Lehrgänge zur Ausbildung von Lehrkräften für dies Sonder-
turnen abgehalten worden. Die Konferenz in Bielefeld nahm einen
andern Ausgang. In der Besprechung wurde zunächst scharf geschieden
zwischen Rückenschwäche und den wirk-
lichen Verbildungen der Wirbelsäule
und einmütig festgestellt, daß letztere in
die Behandlung der Fachärzte gehörten,
daß aber das große Heer der Rücken-
schwächlinge durch besondere Einrich-
tungen der Schule erfaßt werden müßte.
Im Anschluß daran hob Stadtturnrat
Schmale hervor, daß die in Dortmund
und Münster beschlossenen Sonderkurse
bei der beschränkten Zahl nur die fort-
geschrittenen Fälle der Rückenschwäche
erfassen könnten, daß ein Erfassen der
Gesamtzahl – 45 Proz. aller Schul-
kinder, in Bielefeld also etwa 4000 ~
infolge Mangels an Geld, Lehrkräften
. und übungsräumen unmöglich sei, vom
Fig: Lande und den kleineren Städten ohne
Turnhallen garnicht zu reden. Nehme man sich aber, wie es jetzt in
vielen Städten zu geschehen pflege, nur der fortgeschrittenen Fälle der
Rückenschwäche an, so würden uns aus der großen Zahl der leichteren
Fälle immer wieder neue schwerere Fälle heranwachsen, und wir
würden niemals zur Beseitigung dieser Volkskrankheit kommen. Da
dies aber das Ziel sein müsse, sei es erforderlich, daß die Schule Ein-
richtungen treffe, die all en Rückenschwächlingen zugute kämen. Der
sicherste Weg zur Erreichung dieses Zieles sei die Aus nutzung der
Turnstunden für diesen Zweck. Am Nachmittage wurde dann in
einer Knabenturnstunde pratktisch gezeigt, daß es möglich ist, die Frei-
und Geräteübungen für die volkstümlichen Übungen und Spiele
Belträge zur sozialen Fürsorge. 6. 9
1 29