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VIL. Abionitt: Einzelne Schuldverbältniffe.
5u MRMecht8ftreitigfeiten geben Leionders jene Verhältnijje Anlaß, bei denen
jemand einem anderen zunächit unentgeltlid, aber in Anhoffung jpäterer Zu-
wendungen unter Lebenden oder von Todes wegen Dienfte, inZbefondere durd
Wartung und Pflege leiftet, {ich aber Ichlieblid in feinen Erwartungen getäufcht
fieht oder, in denen er fidh zunächit jür feine Leiftungen in Sachwerten oder
Dienften mit allgemein zufigernden Redensarten begnügt, darauf aber fpäterhin
einen Rechtsanjpruch auf Entlohnung aufbaut, In folden Fällen entfteht aud
zunächft die Frage, ob und inmieweit etwa eine Schenfung oder ein Schenfungs
beribrecdhen vorliegt, eine Frage, weiche gewöhnlich nur nach Gefjtalt der Umftände
des Einzelfales entjdhieden werden kann. Vgl. hHiezu au Bem, I, 3, b zu 8 516,
Bem. IT, 1, bh zu $ 518, fowie ferner ROE. Bd. 64 S. 248.
ce) Darüber, ob eine renumeratorifche Schenkung bei nad träglider Gemährung
eines Honorar8 an den Beauftragten anzunehmen jet, vgl. Bem. 2, C
zu 8 662. ;
7. Vebrigen8 fallen in dasjenige Gebiet, weldje8 bisher bon dem wenig fiheren Begriffe
der remuneratorifchen Schenfung erfüllt war, nad dem BGB. nunmehr wenigftens zum Teile
jene Arten von „Schenfungen, durch dieeiner fittlidhen Pilidt odereineraufden
Anftand zu nehmenden Nückfjichtentibrohen wird“. Kir diele enthält 8 534 BSG.
Sonder befjtimmungen.
Die remuneratorifche Schenkung ijt aber nicht 1Olechthin unter 8 534 (Schenkung aus
fittlider Bilight oder Anftandsrücdficht, vgl. Bem. 7) zu fielen, fie gehört nur
infotweit dorthin, als fie nad Anlak, Urt und Maß wirklich dem entipricht, ma8 Sitte und
Anftand erfordern (vgl. Stammler, Lehre vom richtigen Recht S. 634 ff., Crome Bd. 1 S. 507,
Schierlinger in Gl. f. RU. Bd. 71 S, 661 ff, insbe]. S. 663).
8, Ueber das Verhältnis der Ausftattung oder des Mitgiftverjprecdhens zur Schenkung
1]. 8 1624 und Bem, Hiezu, auch Kfpr. d. OLG. Bd. 5 S, 416, Senf. Arch. Bd. 59 Nr. 76
und Nr. 181, Bd. 62 Nr. 61, Gruchot, Beitr. Bd. 51 S. 376, Sur. Wir. 19038 Beil. S. 129,
Bartolomäus in D. Iur.3. 1905 S. 259, Jur. Wir. 1906 S. 462, 1908 S. 71, D. Fur.3. 1908
S. 307, Bl. f. RA. Bd. 73 S. 826, Korn im „Recht“ 1908 S. 776, Meyer im „Recht“ 1909
S. 654; Hinfichtlid) des Mitgiftverfprechens eines Fremden ]. aud ROT. in Iur. Wihr.
1906 ©, 135 und Entid. Bd. 62 S. 273 f.; Dgl. ferner auch Haymann in Sherings8 SJahrb.
Bd. 56 S. 86 ff. und OLG. Kaffel Recht 1910 Nr. 2178.
Neber die Frage, ob Schenkungsveriprechen oder Leihrente vorliegt, val. Sur. Wichr.
1908 S. 1083 ff.
9. Bejhränkt find in der Vornahme von Schenkungen: der Ehegatte hei Güter:
gemeinfchaft ($8 1446, 1487), der Inhaber der elterlichen Gewalt (8 1641), der Bormund
(85 1804, 1897, 1915), der Borerbe (8 2113), der Teftament8vollüreder (88 2205, 2207), der
Erblaffer im Verhältnifje zum Bertragserben nad S 2287, jowie zum Vilichtteil8berechtigten
gemäß 88 28925 ff.
V. Ueber Anfechtung von Schenkungen des Schuldners vgl. Anfechtungsgejeg vom
21. Juli 1879 8 3 Nr. 3 und 4, de8 Erblaffer3 durıh den MilichtteilSberechtigten {. S 2325
hinf. des Konkurje8 |. unten Bem. VII.
Ueber Unfedhtung wegen Jrrtum8 bal. Bem. VI zu 8 516.
Neber die Anfechtung von jog. gemifcten Schenkungen vgl. die Ausführungen
von Weihrauch in SGruchot, Beitr. Bd. 48 S. 249 fi. und die dort zuianımenaeftellte Literatur
und Praxis fowie Gold/hHmidt a. a. DO. S. 62 ff.
VI. Ueber Shenkungen zur fog. toten Hand, jowie an Religiofje j. E@.
3. BOB. Urt, 85, 86; für Bayern bal. dazu Urt. 9—10 AG, z. BOY.
VII. Ueber die Behandlung von Schenkungen im Konkurfe vgl. 88 32, 37 Abi. 2.
68 Nr. 4 AD.
VI. Ueber die Frage, ob das SpendungsgefhHäft bei Sammlungen zu wohl-
tätigen ac. Aweden eine Schenkung ift, vgl. Fiihbah, Das Sammelvermügen, Straß: