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Arbeitsmen gentheorie und der darauf aufgebauten Marx schen
Arbeits zeit theorie des Warenwertes einigermaßen zu kontrastieren,
obgleich mir selbstverständlich klar war, daß darin kein Unterschied
der grundsätzlichen Auffassung, sondern eben nur der Betonung,
liegen sollte: selbstverständlich ist auch die Ricardosche sowohl
wie die Marxsche Wertlehre prinzipiell eine „Arbeitswerttheorie
des Warenwertes“. Denn jede Werterklärung ist eine Gleichung,
muß eine Gleichung sein, weil der Wert ein Maß ist, und alle
Maßausdrücke nichts als Gleichungen sind In einer Gleichung
dürfen aber nur Größen „gleicher Dimension“ stehen:
das ist ein Elementarsatz der Arithmetik. Man kann Längen nur
mit Längen, Gewichte nur mit Gewichten usw. messen. Alle
Gleichungen für den Wert, die wir bisher aufgestellt haben, haben
überhaupt nur unter der einen Voraussetzung einen Sinn, daß auf
beiden Seiten nichts vorkommt als Wertausdrücke.
Nicht einmal das wird heutzutage von Leuten mehr ver-
standen, die als angebliche Fachmänner für theoretische Ökonomik
das kritische Richtschwert schwingen. Das wird durch die folgende
Polemik gezeigt, zu der ich einmal gezwungen wurde:
In Nr. ı1 des Jahrgangs VI., 1915 des „Kampf“, des offiziellen
wissenschaftlichen Organs der Österreichischen Sozialdemokratie,
ließ Herr Paul Brunner über meine Broschüre „Die soziale Frage
und der Sozialismus“ eine kritische Anzeige vom Stapel, die den
Titel trug: „Herr Oppenheimer, der marxistische Bourgeois“. Die
Redaktion verweigerte mir mutvoll die Erlaubnis zur Erwiderung,
der ich den Titel geben wollte: „Herr Brunner, der antimarxistische
Marxist“. Ich lasse aus dem liegengebliebenen Manuskript, dessen
positiver Inhalt im vorhergehenden verarbeitet worden ist, das
Polemische folgen, nicht Herrn Brunner zu Ehren, sondern weil
die Sache wohl einer größeren Ausführlichkeit wert ist:
„Ich bin Herrn Brunner dankbar, erstens, weil er sich auf
meine Herausforderung gestellt hat, und zweitens weil er mich
viel liebenswürdiger behandelt hat, als ich es von jener Seite ge-
wöhnt bin. Er hat sich bemüht, meine Anschauungen und Be-
hauptungen korrekt und vollständig wiederzugeben; und auch der
Tenor seiner eigenen Ausführungen zeugt von gewisser Milde.
Die althergebrachte, sozusagen rituelle ungeheure Heiterkeit über
die geistigen Defekte des unglücklichen Angreifers ist ja noch zum
Ausdruck gebracht (irre ich mich, wenn sie mir ein klein wenig
gezwungen erscheint?): aber es fehlt ganz und gar die eigentlich