und II, 1—3) unter dem Titel „Untersuchung zu dem Grundgesetz
der wirtschaftlichen Wertrechnung“ eine vortreffliche Arbeit ver-
öffentlicht, die leider bisher Torso geblieben ist. Hierin geht er
von der bekannten Tatsache aus, daß nicht eine, sondern zwei
„Österreichische Theorien“ nebeneinander bestehen: die Wieser’
sche und die Böhm-Bawerksche. Zwar werden, so sagt er, die
„Gegensätze, durch die abstrakte Darstellungsform überdeckt, nicht
in allen folgenden Problemlösungen sofort sichtbar, müssen in
Wahrheit aber doch allen immanent sein und würden sofort zum
Ausdruck kommen, wenn in alle einzelne Ableitungen konkrete,
ziffernmäßige Daten eingesetzt würden. Am deutlichsten zeigt sich
das bei den verschiedenen Lösungen des ‚Zurechnungsproblems‘.“
(S. 432). Dann macht mindestens sehr große Schwierigkeiten das
Problem des „Gesamtvorrats‘“: soll man mit Wieser die Zahl der
Stücke des gleichen Gutes mit dem Grenznutzen multiplizieren oder
soll man mit Böhm-Bawerk sich jedesmal das letzte Stück weg-
denken und die derart eruierten verschiedenen Grenznutzen addieren?
Oder soll man sie, fügen wir hinzu, mit Schumpeter integrieren?
(S. 434 ff.)
Bedenklicher aber noch ist, daß Mayer klar den Zirkel er-
kennt, in dem alle Vertreter der Schule von den verschiedensten
Richtungen sich unaufhörlich drehen, wenn sie vom subjektiven
Wert (Verwendungswert) zum objektiven Preis (Beschaffungswert)
zu gelangen versuchen. Mayer lehnt die häufige Berufung auf
die „Erfahrung“ als theoretisch unmöglich ab: „Denn es könnte
sein, daß die derart festgestellte Bewertungsnorm ... bereits eine
Folge der verkehrswirtschaftlichen Beziehungen, des Bestehens
der Preise ist“ (II, S. 2). Dann „müßte das Wertgesetz selbst erst
aus den Preisen und dem Mechanismus der Tauschwirtschaft ab-
geleitet werden, während die Wirtschaftstheorie eines primären,
unabhängig von der konkreten Gestaltung der sozialwirtschaftlichen
Organisation geltenden Wertgesetzes bedarf. . .“
Vor allem aber sieht Mayer ein, daß die Erscheinungen der
Marktwirtschaft im allgemeinen und die Preise im besonderen
unmöglich abgeleitet werden können, wenn man, wie es die Schule
immer tut, von einem „gegebenen Vorrat“ ausgeht. Ihm hat sich
erschlossen „die Erkenntnis, daß in den wirtschaftlichen Ent-
scheidungen der Wirklichkeit infolge der periodischen Wiederkehr
und des wechselseitigen Zusammenhanges der Bedürfnisse nicht
die isolierte Befriedigung augenblicklicher, aus dem zeitlichen Zu-
sammenhang‘ der Seinszustände losgelöster einzelner Bedürfnisse,