Object: Statische oder dynamische Zinstheorie?

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hinzu, daß durch Schumpeter die Abstinenztheorie auch nicht 
dadurch widerlegt ist, daß er die Existenz des ersten und zweiten 
Grundes für seine Statik leugnet. Denn die Abstinenztheorie 
und dem Produktivfonds von heute angenommen werden, was nur mit 
Hilfe der statischen Prämisse, der Annahme der qualitativen und quantita- 
tiven Kongruenz des künftigen Sozialproduktes mit dem gegenwärtigen 
möglich ist. Um also einen Preiskosmos zu erhalten, der nur Preise enthält, 
die gemäß dem ökonomischen Prinzip geordnet sind und der auf real be- 
obachtete Preissysteme anwendbar ist, muß man die gleichzeitigen Kom- 
plexe so behandeln, als ob sie in einem physikalischen Zusammenhange 
stehen. Damit ist allerdings der Casselschen Zinstheorie, die sich auf 
das Zeitmoment stützt, der Boden entzogen. Das leuchtet uns ein. Denn 
es ist jetzt unmöglich, von der gemachten Fiktion nach Belieben abzusehen, 
da, wenn man so verfährt, der Casselsche Preiskosmos auf real beobachtete 
Preissysteme nicht mehr anwendbar ist (Kromphardt, Systemidee, S. 27 /28, 
33/37). Ob sich die Systemidee, die Kromphardt in die Casselsche 
Theorie hineinlegt, bewähren wird, ob sie gestaltungsfähig ist, das wollen 
wir, wie Kromphardt (Systemidee, Vorwort), der Zukunft überlassen. 
Allerdings wird ihr von unserem Standpunkte aus bereits dadurch Ab- 
bruch getan, daß sie den Zins in der statischen Wirtschaft mit Hilfe des 
Zeitmomentes nicht zu erklären vermag. Kromphardts Versuch, die 
Zinslosigkeit der statischen Wirtschaft zu verifizieren, indem er auf das 
Mittelalter hinweist (Kromphardt, Systemidee, S. 39), ist nicht durch- 
schlagend. Denn die Frage ist doch, ob ganz allgemein, wenn sich die 
Wirtschaft im Gleichgewicht befinden soll, also auch unter den heutigen 
Verhältnissen, ein Zins existieren muß oder nicht. 
Aber gehen wir zum Hauptpunkte über: Wenn man Casseis System 
als eine Variante der Grenznutzentheorie auffaßt, so bedarf man der fiktiven 
Zweck-Mittel-Relation zwischen dem Sozialprodukt von heute und dem 
Produktivfonds von heute nicht. Jetzt heißt es nicht, Preissysteme unter 
dem Funktionsaspekt auf ihre Wirtschaftlichkeit hin zu untersuchen, 
sondern die Tatsache realer Tauschakte, irgendwelcher Preissysteme aus 
gewissen Annahmen heraus zu erklären. Was allein notwendig ist, ist die 
Annahme der qualitativen und quantitativen Übereinstimmung des Sozjal- 
produktes von heute und morgen, So liegen die Dinge auch bei Schum- 
peter, nur daß er hier noch als besonderes Merkmal der Statik ein be- 
sonderes Verhalten der Wirtschaftssubjekte anführt. Daß von Schum- 
peter die Statik nicht etwa von vornherein als eine Wirtschaft, in der es 
keine Produktionsperioden gibt, definiert wird, geht ja deutlich aus Schum- 
peters Beispiel von den zwei ineinandergeschachtelten Produktionsperioden 
1ervor. Der Synchronisierungsgedanke besteht eben für Schumpeter 
ınd unserer Ansicht nach auch für Clark nicht darin, daß ein buchstäb- 
liches Zusammenfallen von Aufwendung und Bedürfnisbefriedigung von 
vornherein angenommen Wird, sondern vielmehr nur darin, daß in einer 
als stationär vorgestellten statischen Wirtschaft für die Wirtschaftssubjekte 
die Dinge so erscheinen, als ob keine Zeitintervalle zwischen Aufwendung 
und Erfolg beständen.
	        
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