105
Gebiete seltener geworden waren, ging man an die
weniger rentablen Anlagen.
Mit Hülfe der Handelsbanken war es alsdann
möglich, einen neuen Industriezweig des Baues elektr.
Bahnen zu inaugurieren. Da man sich von dieser „Neuheit“
noch mehr versprach als von dem Bau der Elektrizitäts-
Werke, liess man den letzteren alten Fabrikationszweig
wieder mehr oder weniger fallen und suchte sich mit
allen Kräften auf dem neuen Gebiete zu betätigen.
Um die Umwandlung des Pferdebahnbetriebes in
elektrischen Betrieb schneller bewerkstelligen zu können,
kaufte man in der Regel die Mehrzahl der Aktien der
betreffenden Unternehmungen an, berief eine General
versammlung und beschloss darin die Einführung des
elektrischen Betriebes. Grosse Kapitalien waren hierzu
natürlich nötig. Da dieselben nicht selten auf Jahre
festgelegt und bei zuweilen hohem Bankdiskontsatz oft
hoch verzinst werden mussten, war es nicht zu ver
meiden, dass die Verhältnisse sich mit der Zeit für die
Eick trizitätsfirmen ungünstig gestalteten: es machte sich
eine zu grosse Abhängigkeit von dem Finanzinstitut
(der Bank) geltend. Um sich aber der lohnenden Tätig
keit nicht verschliessen zu müssen, schritten die Fabriken
darauf zur Gründung besonderer Betriebs- und hinanz-
gesellschaften. Dies war um so mehr angebracht, als
b 's zur vollen Entfaltung einer elektrischen Anlage -
Gektrisches Licht- und Kraftwerk — oder eines elektr.
Bahnbetriebes und damit bis zum Abwurf einei an
gemessenen Rente immerhin eine gewisse Zeit vei-
sfreicht, eine Zeit, für die sich die modernen Emissions
banken, die auf hohe Liquidität ihrer Kapitalien und
auf schnellen Umsatz angewiesen sind, nicht engagieren