Full text: Denkschrift über die Maschinenindustrie der Welt, bestimmt für das Komitee B des Vorbereitenden Ausschusses der Internationalen Wirtschaftskonferenz des Völkerbundes

Es zeigt sich ferner, daß in den Ländern, die eine ähnliche wirtschaftliche Struktur wie 
die Vereinigten Staaten haben, der Produktionswert pro Kopf sich dem in den Vereinigten 
Staaten nähert, während die europäischen Länder sich in dieser Beziehung um Deutschland 
gruppieren. In Canada war der Produktwert pro Kopf im Jahre 1922 16380 Mark, während 
er beispielsweise in 
Schweden 9856 M. (1924) 
Holland tr. 0 7940 M. (1924) 
Rußland. 4400 M. (1924/25) 
betrug. 
B. Arbeitslosigkeit und Beschäftigungsgrad. 
Die statistischen Unterlagen über den Beschäftigungsgrad in der Maschinenindustrie 
sind äußerst lückenhaft. Schätzungen sind nicht möglich. Soweit Statistiken vorliegen, 
läßt sich folgendes sagen: 
Für die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Deutschland ist der Beschäftigungs- 
grad für die Nachkriegszeit in folgender Tabelle wiedergegeben (vergl. auch Abbildung 2). 
Ver. Staaten | Großbritannien | Deutschland 
1920 97,1 (96,5)*) 
1921 58,4 (77,0)*) 89,6 
1922 ' 69,6 (12) 1 90,0 
1923 90,0 (7,99) 81,7 
1924 76,4 84,7 70,5 
1925 74,5 87,4 71,8 
*) Es fehlen Angaben für einige Monate. 
Aus der Tabelle ist zu ersehen, daß die Bewegung des Beschäftigungsgrades in den drei 
Ländern eine ganz verschiedene ist. Großbritannien und die Vereinigten Staaten sind von 
der Weltkrise, die im Jahre 1921 einsetzte, beide stark betroffen, während Deutschland in- 
folge der Inflation unter ihr nicht zu leiden hatte. Im Jahre 1922 setzte in den Vereinigten 
Staaten eine Neubelebung ein, die im Jahre 1923 ihren Gipfelpunkt erreichte. Von da ab 
sinkt der Beschäftigungsgrad wieder stark. Da die Konjunktur für die Vereinigten Staaten 
vom amerikanischen Binnenmarkt ausging, nahm England an ihr nicht teil; der Beschäfti- 
gungsgrad nimmt stetig bis zum Jahre 1925 zu. Bei Deutschland bedingt die Stabilisierung 
eine Abnahme des Beschäftigungsgrades, die jedoch nicht sehr stark ist, weil Auslands- 
kredite die Stabilisierungskrise nicht völlg zum Ausbruch kommen ließen!). Erst Ende 1925 
setzte die Krise ein, die sich aber in der Jahresziffer für 1925 noch nicht ausdrückt (vgl. Ab- 
bildung 2), eine Bewegung, die die anderen Länder nicht mitmachen. 
Die Bewegung des Beschäftigungsgrades in den anderen Staaten verläuft, soweit sie sich 
statistisch verfolgen läßt, ebenfalls verschieden. Die Konjunktur in den meisten dieser Länder 
folgt ınit nur ganz geringen Abweichungen der Konjunktur in Großbritannien, so in den 
nordischen Ländern, Niederlande und in der Schweiz. Die Länder mit entwerteter Valuta 
haben in der Konjuktur aus leicht ersichtlichen Gründen einen abweichenden Verlauf, so 
Belgien und Österreich — für Frankreich liegen leider Ziffern nicht vor. 
Man kann also zusammenfassend sagen: Eine einheitliche Weltkonjunktur, die sich bei 
der Maschinenindustrie aller Staaten gleichmäßig auswirkt, hat sich in der Nachkriegszeit 
noch nicht wieder herausgebildet. 
1. nehmen die Vereinigten Staaten einen besonderen Verlauf, 
2. weichen die Inflationsländer von der allgemeinen Linie ab, während die Bewegung des 
Beschäftigungsgrades in den anderen Ländern allerdings einen ziemlich gleichmäßigen 
Rhythmus zeigt. 
AL BE SIE Die Passivität der deutschen Handelsbilanz als wirtschaftspolitisches Problem, 
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