Full text: Die Lagerstätten von Wolfram, Zinn und Molybdän in Russland

18° nn Rußlands Wolframlagerstätten 5 
Grund hierfür liegt in der im allgemeinen ausgesprocheneren Un- 
durchlässigkeit dieser und in der größeren Klüftigkeit der Granite, 
infolge deren die Wasseransammlung in den Massiven begünstigt 
wird. Namentlich am Kontakt beider Gesteinsarten macht sich 
ein reichlicherer Wasserandrang bemerkbar. 
Der weniger bekannte Südwestflügel des transbaikalischen 
Wolframgebietes wird von der übrigen Zone durch das Zinnerz- 
gebiet am Ononflusse und das Steppengebiet von Aginsk getrennt 
und beschränkt sich nach den bisherigen Beobachtungen auf die 
Alchanaiski-Bergketten. Der geologische Aufbau dieser Gegend 
zeigt vollkommene Analogien mit dem nordöstlichen Gebiete. 
Auch hier gehen mehr oder weniger metamorphe, gefaltete paläo- 
zoische Schiefer und Konglomerate zutage und werden von Granit- 
intrusionen durchbrochen, durch die das anschließende Gestein 
eine Kontaktmetamorphose erfahren hat. 
2, Die Lagerstätte des Serlovaja-Gora. 
Der Serlovaja-Gora (Fig.11.5.75) bildet ein kleines dreihügeliges 
rundes, etwa 21% gkm Flächenraum einnehmendes Granitmassiv, an 
dessem Südende früher ein reger Bergbau auf Aquamarine, Topase 
und Rauchquarze betrieben wurde. Den Granit schließen sedi- 
mentäre Gesteine ein, hauptsächlich Schiefer, Sandsteine und 
Konglomerate des tuffogenen Typus, mit Intrusionen eines Quarz- 
porphyrs. Die Sedimente sind mit Annäherung an das Massiv 
kontaktmetamorph in verschiedenartige Hornfelse umgewandelt. 
Alle Schichten legen sich flach aufgewölbt an das Eruptivgestein 
an, dessen apophysenartigen Ausläufer bis zu einem halben Kilo- 
meter in sie hineinragen. 
Der Granit bildet ein mittelkörniges glimmerarmes Gestein, 
das durch das Vorhandensein von dunklem Rauchquarz besonders 
gekennzeichnet wird. Zu seinen Hauptmineralien gehören Quarz, 
Orthoklas, saurer Plagioklas, seltener Biotit. Unverändertes 
Gestein ist nur selten vorhanden, zumeist hat es unter Neubildung 
von großen Feldspäten und Rauchquarzeinsprenglingen, die in 
einem feinkörnigen Aggregat schwimmen, blastoporphyrische 
Struktur angenommen. Aus den nachträglich veränderten Plagio- 
klasen sind Quarz und heller Glimmer hervorgegangen. Orthoklas
	        
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