Full text: Die Lagerstätten von Wolfram, Zinn und Molybdän in Russland

26 Rußlands Wolframlagerstätten 
günstig da. Kohlen ließen sich von den benachbarten Braun- 
kohlengruben am Serlovaja-Gora beschaffen, während das Gruben- 
holz für den Tiefbau aus mindestens 100 km Entfernung heran- 
transportiert werden mußte. Ungeklärt ist die Wasserfrage. 
Man kennt eine einzige, bald versiegende Quelle aus dieser Gegend. 
Angeblich soll diese am Kontakt von Granit und Nebengestein 
entspringen. Hier, etwa 4% km von der Grube, vermutet man 
noch weitere, durch Brunnen zu fassende Wassermengen. Sollten 
diese nicht ausreichen, so wird man auf die Zuhilfenahme von 
Zisternen angewiesen sein. 
4. Die Lagerstätten des Kukulbei, 
Östlich der sibirischen Eisenbahn und nördlich des Serlovaja- 
Gora verläuft in südwest-nordöstlicher Richtung ein von Sedi- 
menten eingeschlossenes Granitmassiv, das nach N zu seine 
Einheitlichkeit verliert und sich in mehrere, durch Sedimen- 
tärgesteine getrennte Granitkomplexe auflöst. (Fig.11.5.75) Dieser 
ganze Granitzug und die sich an ihn anlegenden Nebengesteine bilden 
die Wasserscheide der Flüsse Turga und Onon-Borsja. Gegenüber 
dem südlichen Gebiet tritt diese etwa 50 km lange Gebirgskette 
durch steilere Formen und ansehnlichere Höhen (bis 1365 m 
über N. N.) mehr in Erscheinung. Auch liegt das Gebiet bereits 
in der Waldzone und wird von zahlreichen Wasseradern zer- 
schnitten, die den beiden Flußsystemen zuströmen. 
Die anscheinend einem einheitlichen Batholithen angehörenden 
Granitmassive bilden den zentralen Kern der Bergkette. Auf 
sie folgen Tonschiefer, Sandsteine und Konglomerate, wobei 
mit der Annäherung an den Granit an ihnen eine starke Kontakt- 
metamorphose wahrzunehmen ist. Die Breite dieser Zone beträgt 
bis zu einem Kilometer. Gegenüber den spitzeren, zackigeren 
Felsformen des unveränderten Sedimentgesteines tritt sie morpho- 
logisch als mehr einheitliche, von klastischen Bruchstücken über- 
säte Masse in Erscheinung. Sie wird gekennzeichnet durch Horn- 
felse, Staurolith- und Cordierit-Schiefer- und Quarzphyllite, 
desgleichen sekundär stark umgewandelte Konglomerate. Der 
Fallwinkel dieser Gesteine ist bei ungefähr gleichbleibender 
Streichrichtung am Kontakt, soweit die dürftigen Aufschlüsse
	        
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