— V. Die Wolframlagerstätten des Transbaikalgebietes 35
des Gangnetzes gekennzeichnet. Die zur Erschließung der ein-
zelnen Gänge angelegten Schurfgräben haben unter der Deck-
schicht die unveränderten, nıemals abgebogenen Schichtenköpfe
freigelegt, denen dann die Proben entnommen worden sind. Durch-
schnittlich betrug der W O;-Gehalt 1%. Die genauen Angaben
der Erzführung und Gangmächtigkeit finden sich in obenstehender
Tabelle wiedergegeben. Die weniger mächtigen Gänge kommen
für den Abbau kaum in Betracht, auch geben die entnommenen
Proben nur ein Bild von dem durchschnittlichen Erzgehalt an der
Oberfläche, dessen Verteilung nach der Teufe sich einzig durch
kleinere Abbauversuche ergründen läßt. Über die im Sommer
1917 versuchsweise betriebene Förderung liegen keinerlei An-
gaben vor.
Die Lagerstätten befinden sich nur etwa 8—10 km westlich
des Dorfes Oldanda, von dem längs des Tales des Arbui, also
unweit der Schurffelder ein allerdings zurzeit wenig gut erhaltener,
aber leicht instandzusetzender Fahrweg nach dem ungefähr
gleich weit entfernten Dorfe Bol’&oj-Soktui führt. Grubenholz
und Wasser für die Aufbereitung sind reichlich vorhanden.
Obgleich der durchschnittliche Erzgehalt demjenigen der
südlichen Lagerstätten entspricht (Charanor und Serlovaja-Gora),
muß hier infolge der unverwitterten Gesteinsbeschaffenheit mit
höheren Abbau- und Aufbereitungsunkosten gerechnet werden.
Immerhin verdient dieses Gebiet, wie TetjaevundDoktoro-
vic-Grebnickij hervorheben, volle Beachtung. Ein
abschließendes Urteil kann erst nach systematisch angestellten
Abbauversuchen abgegeben werden.
b) Die Gänge des Antonova Gora.
Die Lagerstätte des Antonova Gora gehört einem selbständigen,
etwa 2 km breiten und langen Granitmassiv an, das hart westlich
des Oldandamassives zutage geht, von diesem aber durch kontakt-
metamorph veränderte kristalline Schiefer getrennt ist (Fig.11.5.75).
Es stößt bereits an das Tal des Bol’8oj-Soktui und bildet somit gegen-
über diesem Fluß und dem Arbui die Wasserscheide. Die das Massiv
umfassenden kristallinen Schiefer reichen an seiner Nord- und
Westflanke bis an die höchsten Bergspitzen heran, so daß sie
orographisch mit den Graniten zusammenfallen.