82 Verwendung, Vorkommen und Gewinnung von Molybdän
Verwendung, Vorkommen und Gewinnung
von Molybdän.
Gleich dem Wolfram findet Molybdän seine Hauptverwendung
in der Stahlindustrie, hauptsächlich zur Herstellung von Molybdänstahl,
dessen Eigenschaften in keiner Weise hinter dem Wolframstahl
zurückstehen. Diesen übertrifft vielmehr der Molybdänstahl
noch durch größere Widerstandskraft, wie er auch nur einen
2—3 mal so geringen Zusatz erfordert. In Europa benutzt man
Molybdän vorwiegend zur Herstellung von Schnelldrehstahl,
seltener zu Konstruktionsstahl und als Desoxydationsmittel.
In den Vereinigten Staaten hingegen erfreut er sich auch bei der
Herstellung von Maschinenbestandteilen, besonders bei Lokomotiven
und Kraftwagen, einer weiten Verbreitung und ist dort
dank den seit Kriegsschluß reichlich zur Verfügung stehenden
Erzvorräten, namentlich seit 1922, viel ausgebreiteter zur allgemeinen
. Stahlveredelung verwendet worden. Besonders verständlich
wird dieses, wenn man bedenkt, daß sich die gleichwertigen
Edelstahlsorten anderer Legierungen gleich teuer oder
sogar etwas teurer stellen und daß bei der Fabrikation noch Ersparnisse
erzielt werden.
Molybdänstahl mit 0,5—2 % Molybdän besitzt alle Eigenschaften
eines vorzüglichen Schnelldrehstahls. Die höchstwertigen
Sorten erfordern einen Zusatz von 12—19 % Mo. Auch in der
Rüstungsindustrie kommt Molybdän allerdings in kleineren Beimengungen
zur Verwendung, ebenso bei der Fabrikation von
Magneten, die einen Zusatz von 3,7 % Mo und 1,2 % C erfordern.
Metallischen Molybdän verwendet die Elektrotechnik vornehmlich
zu Teilkonstruktionen von elektrischen Öfen, Lampen, Kontakten
und dergleichen. Molybdänerz gebraucht man ferner in der chemischen
und der Farbstoffindustrie, desgleichen bedient man sich
größerer Molybdänglanzblätter bei der drahtlosen Telegraphie.
Die Hauptmasse des Molybdäns kommt jedoch der Stahlindustrie
zugute, die zu den besten Abnehmern des Erzes gehört. Gewöhnlich
verwendet man es als eine Eisen-Kohlenstoff-Molybdänlegierung,
dem sog. Ferromolybdän mit 50 % Mo. Die hochwertigen
Sorten enthalten 80—85 % Mo. Gelegentlich verwendet