Die Selbstkostenrechnung im Bankbetriebe. 191
F. Ergänzung der Buchhaltung durch Selbstkostenrechnung
und Stiatistik.
I. Die Selbstkostenrechnung im Bankbetriebe.
Auch im Bankbetriebe wäre eine möglichst genaue Selbstkostenrechnung
sehr geboten, einerseits um die Selbstkosten der einzelnen
Dienstleistungen festzustellen und damit ein Bild über die Rentabilität
zu gewinnen, andererseits zur Erkenntnis der technischen
Organisation und Betriebsgebarung. Daß eine derartige Kalkulation
der Aufwandsfaktoren bisher vernächlässigt wurde, hat
seinen Grund wohl im wesentlichen in der nicht ganz einfachen
Erfassung einer großen Zahl kleiner Einzelleistungen, an deren
Erledigung oft mehrere Abteilungen zusammenwirken. Die
Frage, wie eine solche Kalkulation erfolgen könnte, führt zu
folgenden Möglichkeiten :
1. a) Die Kosten der allgemeinen Betriebsbereitssschaft.
Sie setzen sich zusammen aus den Kosten für Abnützung, Instandhaltung
und Versicherung der Gebäude und Mobilien, für
Licht und Heizung, für Gehälter aller jener Leiter und Angestellten,
die keiner bestimmten Abteilung vorsstehen oder zugeteilt
sind, sowie aus den Ausgaben, die für das Unternehmen als
Ganzes in Frage kommen, z. B. Zinsen auf das eigene Kapital,
Aufwendungen für Steuern, Reklame usw.
Diese Aufwendungen sind dem Gesamtbetriebe zu belasten und
können nach irgendeinem Verteilungsschlüssel, z. B. Höhe der Umsätze,
Zahl der beschäftigten Personen, Gehälter, auf die einzelnen
Abteilungen umgelegt werden.
b) Die Kosten der Abteilungsbereitschaft.
Hierfür kommen außer den bereits unter a aufgeteilten die
Sonderaufwendungen der einzelnen Abteilungen in Frage. Die
Kosten der Hilfsabteilungen werden dabei auf ie Leistungsabteilungen
je nach dem Grade der Beanspruchung durch die
lezteren umgelegt. So können z. B. die Aufwendungen für die
Personalabteilung nach der Zahl der Angestellten der einzelnen
Abteilungen, die Aufwendungen für die Expedition nach der Zahl
der auf jede Abteilung entfallenden Briefe aufgeteilt werden.
Aus der auf diese Weise aus a und b entstehenden Gesamtsumme
der Aufwendungen jeder Leistungsabteilung für einen bestimmten
Zeitraum und der für die gleiche Zeit statistisch erfaßten Zahl der
Teilleistungen läßt sich der Anteil jeder Teilleistung errechnen.
Berücksichtigt man dann noch das verwendete Material, wie Be-