Full text : Reis

‚„„caldana‘‘ angelegt, ein mehr oder minder langer, schneckenförmig
 gewundener Kanal, den das Wasser erst durchlaufen muß.
— Die Bewässerungsanlagen in solchen Gebieten, die von Gebirgsflüssen
 aus überflutet werden können, wie in Java, sind
oben (S. 23) schon geschildert worden.
Welche Verwendung findet nun das Wasser, abgesehen von
seiner bereits erörterten düngenden Wirkung, im Reisbau? —
Daß man unter Umständen die Bodenbearbeitung ganz oder teilweise
 auf unter Wasser gesetzten Feldern durchführt, ist schon
erwähnt worden.
Bei der eigentlichen Bewässerung der Reispflanze, d.h. der
Zuführung des Wassers, das für die Lebensprozesse der Pflanze
benötigt wird, ist zu bedenken, daß der Reis zu den Pflanzen
gehört, die ein großes Wasserbedürfnis haben; er kann weit
größere Wassermengen aufnehmen und ausnützen als die meisten
andern Kulturgewächse. Darin finden die hohen Erträge ihre
Begründung (vgl. S. 75). Im Gegensatz dazu ist das Luftbedürtnis
 des Reises geringer als das der meisten Kulturpflanzen;
jedoch ist er bei zu geringer Bodendurchlüftung natürlich ebenfalls
 der Erstickungsgefahr ausgesetzt. Die Bewässerung muß
also so eingerichtet werden, daß das Wasser- und das Luftbedürfnis
 zu ihrem Rechte kommen. Daneben aber muß man in Betracht
 ziehen, daß die Durchlüftung des Bodens nicht nur die
Zuführung der Atmungsluft an die unterirdischen Pflanzenorgane
 bezweckt, sondern auch für die Zersetzung der organischen
 Bodenbestandteile, hauptsächlich des Stalldüngers,
untergepflügter Unkräuter und Gründüngungspflanzen (s. S. 35)
nötig ist. In solcher Lage also ist die Durchlüftung des Bodens
reichlicher zu bemessen.
Fesca (56, S. 128) gibt folgende allgemeine Regeln über die
Bewässerung: „Das bepflanzte (d. h. durch Überpflanzen der
Sämlinge aus den Saatbeeten beschickte) Feld muß sogleich bewässert
 werden; jedoch nur flach, damit sich der Boden möglichst
 erwärmt. Die flache Bewässerung wird 1'/,—2 Monate
fortgesetzt. Dann bewässert man während des Bestockens und
Schossens etwas stärker und darauf wieder allmählich schwächer;

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