70 Rentabilität der Forstwirtschaft.
Er ist zu dem Ergebnis gekommen, daß diese Waldungen ssich auf
V. Standortsklasse mit rund 1 /o, auf 0,4 III., 0,6 IV. Standortsklasse
mit 2 /o verzinsen. Ferner haben seine Berechnungen ergeben, daß bei
dieser „Methode der Waldverzinsung“ die finanzielle, d. h. rechnerisch
rentabelste, Umtriebszeit für die V. Kiefernstandortsklasse die 100jährige
ist, daß aber das Verzinsungsprozent für die Umtriebszeiten von 90 bis
120 Jahren nur zwischen 1,025 und 1,06, also um 0,035, schwankt.
Die Berechnungen zeigen erstens, daß die Verzinsung der im Walde
angelegten Kapitalien für große Gebiete tatsächlich noch niedriger ist, als
man bisher meist annahm, und zweitens, daß die Umtriebszeit für die
Rentabilität der Wirtschaft nicht annähernd die Bedeutung besitzt, die ihr
von den Vertretern der Bodenreinertragslehre zugeschrieben wird.
Hingewiesen muß nun noch darauf werden, daß die Rentabilität
eines forstwirtschaftlichen Betriebes nicht nur von ökonomischen und forst-
technischen Faktoren, sondern in hohem Maße auch von der k auf -
männischen Geschicklihkteit des Betriebsleiters
abhängt. Theoretisch würde wenigstens in. kleineren Betrieben eine
gewaltige Erhöhung der Rentabilität möglich sein, wenn die Verwertung
der Holznutuung ausschließlich in Zeiten der industriellen Hochkonjunktur
stattfinden würde und der Erlös zinstragend angelegt und bis zur nächsten
Hochkonjunktur allmählich aufgezehrt würde. Praktisch wird wohl kaum
jemand imstande sein, den Zeitpunkt des Preishochstandes so genau zu
erfassen, daß stets der theoretisch günstigste Effekt erzielt wird. Immerhin
läßt diese Überlegung erkennen, daß diesem Faktor der Wirtschaftlichkeit
forstlicher Betriebe eine bisher noch viel zu wenig gewürdigte Bedeutung
zukommt.