Object : Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Descartes,

des „apriorischen‘“ Wissens, das Descartes der sinnlichen Beobachtung
 entgegenhält. Wir sahen bereits am Beispiel des Magneten,
 wie hier alle Forschung allein auf die Deutung und Ableitung
 der Phänomene hingewiesen wurde. Die Wahrheit
der Erscheinung ist es, die es allein zu bestimmen gilt; die Erklärung
 „aus den Ursachen“ ist nichts anderes, als die Deduktion
aus einem universellen Gesetz. Wer sich mit der Hoffnung trägt,
darüber hinaus in das „Innere“ des Geschehens vorzudringen, der
muss entweder darauf vertrauen, dereinst mit einem neuen Sinn
begabt zu werden oder einer göttlichen Erleuchtung und Offenbarung
 harren. „Was dem menschlichen Geist zu leisten vergönnt
 ist, das werden wir für erreicht halten, wenn wir eine
Vereinigung bekannter Elemente und Naturen auffinden und
distinkt erkennen, die aus sich heraus imstande ist, dieselben
Wirkungen hervorzubringen, die uns am Magneten erscheinen“.17)
 Der Gedanke, der hier allgemein ausgesprochen wird.
findet in der „Dioptrik“ seine eingehende und genaue Bewährung.
Was das Licht ist, — ob es in Wirklichkeit nur in der Bewegung
 besteht oder nicht: das brauchen wir nicht zu fragen;
genug, dass diese Annahme hinreicht, alle seine tatsächlichen Eigenschaften
 und alle seine durch Beobachtung feststellbaren Merkmale
 vollständig abzuleiten.) Wir schen, wie das Verhältnis
zwischen Erfahrung und Denken sich schon hier näher bestimmt
und geklärt hat. Die Erfahrung ist als Kontrolle jeder wissenschaftlichen
 Annahme anerkannt. Die „Regeln“ verspotten die
Meinung jener „Philosophen“, die das Experiment beiseite setzen
und wähnen, die Wahrheit werde ohne Vermittlung aus dem
eigenen Hirn, wie Minerva aus dem Haupte des Jupiter, entspringen.)
 Es ist vergebens, bei der Feststellung der wahren
Naturursachen der Beobachtung entraten zu wollen; aber freilich
 handelt es sich auch jetzt nicht darum, das Ergebnis aus
dem sinnlichen Material einfach herüberzunehmen und abzulesen.
Unsere Forschung muss darauf gerichtet sein, aus einfachen Komponenten,
 die wir selber zusammenfügen, aus Bedingungen,
die wir erschaffen, deduktiv ein Ergebnis abzuleiten, das den Erscheinungen
 durchgehend entspricht. Wir nehmen nicht wahllos
 jede Tatsache hin, die die Beobachtung uns darbietet, sondern
wir versuchen die Synthesen der Natur in der Synthese einfacher
            
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