8. Kap. Die freie Preisbildung. Die Marktpreise (Fortsetzung). 191
Haupt von vielen Nationalökonomen und Socialpolitikern der Neuzeit über-
ņommen worden ist, so zwar, daß überraschenderweise zwei einander mit der
Müßten Schroffheit gegenüberstehende Extreme, einerseits der wirtschaftliche
Ļiberalismns der sogen. Manchesterschule (s. z. B. David Ricardo, Principles
political economy and taxation, London 1819, ch. 20) und anderer
es der Socialismus, der ja aus diesem Satze so recht eigentlich die Grund
ige seines Lehrsystems gemacht hat, in dieser Beziehung übereinstimmen. Es
Ģ dies die unrichtige Annahme, daß der Werth der Güter von der Menge
J; r Arbeit abhänge, welche zu ihrer Herstellung erforderlich ist. Dieser
^atz bleibt selbst unter gewiffen Beschränkungen ganz und gar unhaltbar;
as bleibt er auch dann, wenn man zugibt, daß er in Bezug auf manche
Egenstände, wie auf Gemälde, Antiquitäten, Luxushäuser, kostbare Schmuck-
ichen u. dgl., oder auf solche Güter, die im Ueberfluffe vorhanden sind, wie See-
jche bei geringer Nachfrage oder Häuser in einer zurückgehenden, entvölkerten
tobt, oder endlich auf solche, für welche kein offener Markt existirt, die also
kn Gesetzen des freien Mitbewerbs nicht unterstehen, keine Anwendung finde.
Er einzige — zwar nicht vollkommene, aber immerhin einzige — Werthmesser
. der Preis. Ein Ballen Tuch aus einer günstig gelegenen Fabrik, welche
'ņ ber Lage ist, ihre Rohstoffe und ihr Feuerungsmaterial billig einzukaufen
^ņd mit einer trefflichen technischen Installation und Organisation versehen
! ' ìvird, wenn auch seine Production 10% Arbeit weniger als diejenige
Eìņes andern Ballens erfordert hat, nichtsdestoweniger um denselben Preis
E"ñuft wie der letztere, und ein Hektoliter Weizen, der auf einem nahe gelegenen,
Achtbaren Grundstück gewonnen ist, und dessen Production 20% weniger
Ed als die eines andern, unter minder günstigen Bedingungen erzeugten,
^rsachte, wird deffenungeachtet nicht um einen Pfennig billiger abgelassen
10 der letztere.
So empfiehlt es sich denn, bezüglich des Werthes und des Preises der
^ er şich stets die folgenden Wahrheiten gegenwärtig zu halten: 1. Der einzige
Erthmesser jst der Preis. 2. Will man auf diesem Gebiete etwas Be-
Ņ^wtes ermitteln, so beachte man die Preise, nicht die Werthe. 3. Die
^^îîbreise sind die Ergebnisse des freien, nicht die eines eingeschränkten Mit-
erbs. 4. Dieselben sind unmittelbar abhängig von Angebot und Nach-
Mittelbar hängen sie weder von der Höhe der Productionskosten
bie dem Werth der betreffenden Güter für die verschiedenen Individuen,
9lci* anstC ^ àļangen tragen, allein, sondern von diesen beiden Factoren zu-
Du q0- Auf der Grundlage der wechselnden Marktpreise läßt sich ein
oder ^"ittspreis ermitteln. 7. Ueber diesem gibt es weiter keinen natürlichen
normalen Preis, oder wie man ihn sonst nennen will, der auf lange
' S'naua gütig wre.