70 Der nordamerikanische Imperialismus und die von ihm bedrohten Völker.
das Volk seine Mitarbeit und unterstützt sie durch die Kollektivkraft seines
organisierten Proletariats.
Ich konstatiere mit großer Bewegung und mit tiefer Befriedigung, daß
wir nicht die Einzigen sind, die die Erfüllung dieser edlen Ziele anstreben,
sondern daß wir, eines dem andern vertrauend, bereit sind, vereint den
Kampf für die absolute Befreiung der Menschheit weiterzuführen.
Zum Schluß möchte ich den Wunsch wiederholen, den ich schon früher
ausgesprochen habe. Die Forderungen, die dieser Kongreß stellen soll, lassen
sich nicht in einigen Reden zusammenfassen. Der Kongreß soll vielmehr
eine Quelle vereinter Kraft sein, die das Ungeheuer, das mit seinen goldenen
Krallen die Menschheit, die fünf Erdteile bevölkert, zu erwürgen droht,
niederschlägt, Ich hoffe, daß sich hier die Einheitsfront der unterdrückten
Klassen und Völker aufbaut, die sie zu ihrer endgültigen Befreiung führen
wird,
Es lebe die Einigkeit aller Völker der Erde!
Es lebe der Anti-imperialistische Kongreß!
Der Delegierte der Allamerikanischen Anti-imperialistischen Liga (Sek-
tion Vereinigte Staaten)
Manuel Gomez (U.S.A.).
behandelt die imperialistische Raubpolitik Nordamerikas:
A Delegierter aus dem Land des Dollars und der Dollardiplomatie rolle
ich vor Euch das Problem des amerikanischen Dollarreichs als ein ge-
meinsames Problem auf. Wir haben es hier mit einem Weltreich zu tun, das
aus der ganzen Welt Tribute einsammelt.
Dieser neueste Imperialismus der Vereinigten Staaten hat eine eigene
Sprache, die Sprache des demokratischen Pazifismus. Er ist „der Freund
Chinas‘. Im Gegensatz zu den Briten, Japanern und anderen vulgären Impe-
rialisten verfolgt er in China die Politik der „offenen Tür“, „der gleichen
Möglichkeiten für alle“. Aber, meine chinesischen Freunde, wißt, daß unser
Onkel Sam, der so beredt über die „offene Tür“ in China spricht, eine sehr
geschlossene, eine verriegelte und verschanzte Tür in Latein-Amerika er-
richtet hat. Das Territorium Latein-Amerikas wird nach der Monroe-Doktrin
als ein besonderes Reservat für das Finanzkapital der Vereinigten Staaten
behandelt. Die demokratisch-pazifistische Methode ist nur eine Phase der
imperialistischen Politik Amerikas. Unweigerlich folgt ihr die Phase des
offenen, brutalen Angriffs, wie ihn die Bevölkerung der karibischen Inseln
und Zentralamerikas bereits kennt. Der moderne Imperialismus wurde hier
als imperialistischer Kapitalismus beschrieben — als die gegenwärtige letzte