Full text : Zur Psychologie des Anlernens und Einübens im Wirtschaftsleben

ständen eine längere Zeit dauernde, abnormale Gefühlslage erzeugt werden
 (Besorgnis, Angst, Depression, gehobene Stimmung u. a.). Alle ausgesprochenen,
 von außenher bedingten Gefühlslagen sind aber erwiesenermaßen
 für das Arbeiten ungünstig. Das trifft sogar bei ausgeprägt
gehobenen Stimmungen zu, weil bei ihnen ein verhältnismäßig kleiner
ungünstiger Reiz (z. B. eine ungünstige Kritik der Arbeit, ein Mißerfolg)
genügt, um sie ins Gegenteil umschlagen und darin verharren zu lassen.
Am besten wirken aufs Gefühl einfache, sauber gestrichene und gehaltene
 Räume, ähnlich Schulzimmern. Ausstattungsschmuck irgendwelcher
Art darf nicht im Gesichtskreis der Arbeit angebracht werden. Bilder gehören
 deshalb in den Hintergrund der Arbeit und werden am besten so
Placiert, daß sie hauptsächlich beim Betreten und Verlassen des Lokales
gesehen werden. Vorteilhaft wirkt die diskrete Anwesenheit von Blu-Men,
 wenigstens bei Arbeiterinnen; namentlich selbst mitgebrachte
Blumen repräsentieren psychologisch eine günstige, gefühlsmäßige Verbindung
 mit der Außenwelt. Als Beleuchtung ist helles, aber zerstreutes
(indirektes) Licht anzustreben. Die Augen werden im Lernstadium
des Nähens am meisten angestrengt. Die Akkomodation und Adaptation
der Augen (Einstellung auf Entfernung und Helligkeit) ist umso größer,
Je weniger vorgeschritten der Lernprozeß ist. Je heller und glänzender
die zu bearbeitenden Materialien und die Maschinenbestandteile sind,
desto größer ist deshalb die Gefahr einer vorzeitigen Abnutzung der
Augen (vergl. diese Erscheinung bei den Claquenäherinnen). Aus diesem
Frunde sind während der ersten Lernzeit tunlichst matte, nicht zu grellge
 Materialien zu verwenden. Die Temperatur soll (soweit sie übereh
 regulierbar ist) mäßig kühl sein, weil die Arbeit als Betätigung
abe er Wärme auslöst, eine zu starke Wärmeempfindung auf die Dauer
or LAN Arbeitsleistungen beeinträchtigt. Auch die Sauerstofferneuerung
uft ist ein wesentlicher Faktor für das Arbeiten.»
den die Leistungsfähigkeit Angelernter weiter gesteigert werden kann,
N nachfolgende Ausführungen an:
Sehe n kann sich fragen, ob die Hand-, Fuß- USW. Bewegungen in der
inder Ar Chnem besonderen Prinzip ökonomisch zu normieren seien,
Sen Ve wie es das Taylorsystem will. Es zeigte sich aber bei derarti-Näher
 Tsuchen, daß es für die relativ einfachen Verhältnisse in der
sches ei vollständig genügt, wenn die beste Arbeitsweise durch Augen-Tasche
 und Probieren abgeschätzt wird. Erstens kommt man so viel
Ziel Na Ziel, zweitens zu einem kaum nennenswert divergierenden
Bett achdem aber einmal festgestellt, welche Bewegungen für jede
Selbe Ei weine rationell sind, ist unbedingt an der Ausführung derend
 Jestzuhalten! Jede Duldung von Abweichungen ist gleichbedeuder
 un unrationellen Gewöhnungen, die nachher, wegen der Kraft, die
sch auch nur kurzen Gewöhnung von Natur aus innewohnt, nur sehr
wer und mit Widerwillen der Schülerin, welche den Nutzen schein-97


            
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