Diese letzte Erhöhung der Produktion durch Trainieren des Arbeitstempos
auf sein natürliches Optimum bewirkt je nach Umständen eine
Erhöhung der Leistung des bereits durch Rationalisierung erhöhten Niveaus
von weiteren 10 bis 30 Prozent, je nach den Individuen und nach
der Art von Arbeit.
4. Die Erziehung zu guten, allgemeinen
Arbeitsgewöhnungen.
Die Art, wie wir uns verhalten, ist zum größten Teil von den Ge-Wöhnungen,
die sich im Lauf unserer Entwicklung gebildet haben, abhängig.
Die natürlichen Anlagen, ja sogar das Temperament, können
Weitgehend durch die Erziehung in bestimmte Verhaltungsgewohnheiten
gelenkt werden. Es gibt hiefür zwei Wege. Der eine bedient sich
der Einsicht des Menschen, verfeinert und hebt seine natürlichen Bedürfnisse,
so daß er sich willig den ihm nahegelegten neuen Gewöhnungen
anpaßt, bis sie ihm mit der Zeit sogar zum ganz natürlichen Bedürfnis
werden. Der andere Weg führt über Zwang und bedient sich
der Gewalt und der Furcht. Auch er bringt äußerlich gute Gewöhnungen
zustande, oft sogar auf scheinbar einfachere und raschere Art.
Allein solche Gewöhnungen können, selbst wenn sie auch stark nach-Wirken,
wenn sich gelegentlich irgend etwas in der Konstellation ändert,
ins Gegenteil umschlagen. Denn es braucht oft wenig, daß sie innerlich
als lästige Schranke empfunden werden und daß ein Durchbruch der-Selben
als Befreiung erlebt wird.
Kommt der Lehrling in die Lehrwerkstatt, so muß er vom ersten Mo-Ment
an dazu angehalten werden, dauernd Ordnung an seinem Arbeits-Platz,
in seiner Kleidung und in seiner Haltung zu haben. Das Auge
des Meisters muß ständig auch auf diese Seite der Tätigkeit des Lehrlings
gerichtet sein. Auch sie ist wichtig; fast so wichtig wie die Arbeit
selbst. Denn sie ist ein wertvolles Mittel zur Erziehung der Per-Sönlichkeit
und sozusagen auch ein Gradmesser für den inneren Zu-Stand
des Menschen,
Man kann im allgemeinen damit rechnen, daß etwa 20—30 % der
Zeit, in der Arbeiter in der Fabrik tätig sind, mit Umtrieben verbracht
Wird, d.h. nicht mit Arbeit im engern Sinne des Wortes. Darum ist
Nicht nur aus erzieherischen Gründen, sondern auch für die Produktion
Wichtig, daß jeder Einzelne auch neben guten spezifischen Arbeitspro-Zessen
auch gute allgemeine Arbeitsgewöhnungen besitzt.
„Der erste Grundsatz für diesen Teil der Erziehung betrifft die Konlnuität
der Beschäftigung. Aehnlich wie die Arbeit in modern einge-Tichteten
Fabriken ohne Zeitverlust von einem Arbeitsplatz zum ande-Ten
fließen muß, verhält es sich mit der Betätigung des Arbeitenden,
Jede Unterbrechung der Arbeit bedingt einen neuen Anlauf, einen
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