Full text : Das Flammenzeichen vom Palais Egmont

5 Der Freiheitskampf des chinesischen Volkes.
antwortlich war, sie es unterließ, Indien gerecht zu werden. Wir geben zu,
daß die Arbeiterregierung zu Indien im gleichen Ton sprach, wie eine kapitalistische
 Regierung es getan hätte. Es wird uns niemals möglich sein, den
Fleck von unseren Errungenschaften zu wischen, daß jene Regierung für die
Bengal-Verordnung verantwortlich war. Alles, was ich sagen kann, ist.
daß die I. L. P. sich während dieser Periode der Arbeiterregierung diesen
Handlungen entgegensetzte und daß wir jetzt bestrebt sind, in einer wiederkehrenden
 gleichen Situation Indien eine ganz andere Behandlung angedeihen
zu lassen. Ich möchte, daß die hier anwesenden Vertreter des Indischen Nationalkongresses
 erfahren, daß dies die Stimmung unserer Mitglieder ist.
Unseren chinesischen Freunden möchte ich sagen, daß die I. L.P. in England
 schon öffentlich erklärt hat, daß unsere Sympathien und unsere Solidarität,
 falls zwischen England und China F eindseligkeiten ausbrechen
sollten, mit dem chinesischen Volk und nicht bei der britischen Regierung
sein werden. Ich kann Ihnen eine ermutigende - Botschaft bringen.
Vor einem Monat war die Stimmung der britischen Labour Party in
der chinesischen Frage noch schwankend. Die Führer der Labour Party
sprachen mit Vorsicht, mit größter Mäßigung, was wohl einige dazu bewogen
 hat, zu glauben, daß die britische Arbeiterbewegung in Wirklichkeit
die Politik der britischen Regierung unterstützt. Es gab Führer in der britischen
 Labour Party, die nicht nur die Entsendung von Streitkräften nach
China unterstützten, sondern sogar ohne Kritik die Polizeikontrolle in den
Händen der britischen Regierung ließen. Ich stelle ausdrücklich fest, daß
diese Führer nicht die britische Arbeiterbewegung vertreten. Die Ereignisse
der letzten Tage beweisen dies. Als die britische Arbeiterbewegung als Ganzes
ihre Botschaft an Eugen Chen, den Minister für auswärtige Angelegenheiten
 der Nationalregierung Chinas, sandte, war in dieser Botschaft keine
Forderung der Zurückziehung der Truppen enthalten. Aus diesem Grunde
vervollständigte die britische I. L. P. die Botschaft und sagte, daß wir, soweit
 wir in Betracht kämen, für die Zurückziehung aller britischen See- und
Militärstreitkräfte von chinesischem Boden und aus Chinesischen Gewässern
eintreten.
Gerade in dieser Woche ereignete sich ein Zwischenfall, der zeigt, daß
nicht nur die britische I. L. P., sondern die ganze britische Arbeiterbewegung
sich schnell dahin entwickelt, die Zurückrufung der britischen Truppen aus
China zu verlangen. In dieser Woche beschloß die parlamentarische Labour
Party, die auf keinen Fall die aktivsten Elemente der britischen Arbeiterbewegung
 vertritt, mit Mehrheit in ihrem offiziellen Abänderungsantrag, der
gerade heute abend, wo ich hier spreche, zur Debatte steht, die F orderung
der Zurückrufung der britischen Truppen, die sich auf dem Wege nach
China befinden, einzuschließen.
Aus meiner Kenntnis und der Erfahrung aller Ereignisse in der briti-30


            
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