XIV. Abschnitt. Die Deckung der Ausgaben, insbes. des Kriegsausgaben. 151
1862 0,02 Prozent
1863 Sn
1864 19,6 8
1865 115
Im Weltkriege wurden die Kriegskosten fast ausschließlich
aus Anlehen bestritten. Nur einige Staaten konnten einen ansehn-
licheren Teil aus Steuern bestreiten. Von 232 Millionen Dollar
der Kriegskosten wurden 228 Millionen aus Anlehen bestritten bzw.
von 210 Millionen 198 Millionen Dollar !). Deutschlands Gesamt-
ausgaben betragen in den Kriegsjahren (1914—19) 158,8 Billionen
Papiermark, hiervon wurden 137,8 Billionen durch Anlehen ge-
tilgt*). Das Verhältnis der Kriegssteuern zu den Kriegskosten war
in Großbritannien 3) -
1915 7,3 Prozent
1916 9,3 ®
1917 I
1918 180. 4?
1919 26,0 =
Im letzten Jahre wurde also in England bereits etwas mehr
als ein Viertel der Kosten aus Steuern bestritten, aber der über-
wiegend größte Teil, 74 Prozent, durch Anlehen.
In früheren Zeiten wurde die Deckung der Kriegskosten auf
die vom Kriege heimgesuchten Länder und ihre Bevölkerung ab-
gewälzt; der Krieg mußte den Krieg ernähren. So war es möglich,
daß, trotzdem der Kaiser im Dreißigjährigen Kriege jahrelang den
Soldaten keinen Sold bezahlte, dieselben doch bei der Fahne blieben,
da sie nach Lust plündern konnten, die höheren Offiziere aber
durch Verleihung der konfiszierten Güter schadlos gehalten wurden.
Welch hohe Besoldungen damals den höheren Chargen bezahlt
wurden, das ist daraus ersichtlich, daß nach Gindely dieselbe auf
1000 Gulden monatlich stieg. Außerdem bereicherten sich die
höheren Chargen durch Plünderungen. Graf Königsmark, der
ein armer Teufel war, scharrte so viel zusammen, daß er seiner
Familie ein jährliches Einkommen von 130000 Talern hinterlassen
konnte. Diese Beraubung der Bevölkerung vor Augen haltend,
sagt Gindely, daß das Heer im Dreißigjährigen Kriege mehr
kostete, als in unseren Tagen *).
} Seligman, a. a.‘ O0. S. 780.
< ur Moulton and McGuire, Germany’s capacity to pay. (New York 1923)
3 Seligman, a. a. 0. S. 689. nn
*) Gindely, Dreißigjähriger Krieg. (Leipzig 1884.)