SO 4. Buch. V. Teil. Die Steuern.
die wirtschaftliche Funktion schlechter versieht, Waren minderer
Qualität produziert oder das Bedürfnis sonstwie schlechter befriedigt,
im Handel nicht die gewohnte Bequemlichkeit bietet, nicht die
gewohnte Zuvorkommenheit beweist, kurzum mangelhafter die Auf-
gaben erfüllt. Uberdies macht das Monopol die Kontrolle der
Staatsbürger nötig, damit der Zweck des Monopols nicht vereitelt
werde. Bei Waren, die nicht bloß dem menschlichen Konsum
dienen, sondern auch sonst, z. B. bei der Produktion verwendet
werden, wie z. B. Salz, wird die Verteuerung auf die Produktion
schädlich einwirken; will jedoch der Staat den Bedarf der Pro-
duktion billiger befriedigen, dann muß er den betreffenden Artikel
durch chemische Verfahren für den menschlichen Bedarf unbrauch-
bar machen, was jedenfalls ein irrationelles Vorgehen ist. In ein-
zelnen Fällen kommt auch der Umstand in Betracht, daß der Staat
durch das Monopol das Terrain der Privattätigkeit einengt. Diese
Einwendungen haben mehr weniger Gewicht und es ist unzweifel-
haft, daß das Monopol als Besteuerungsmodus nur vorsichtig und
in Ausnahmefällen Anwendung finden kann.
Bei Beurteilung der Berechtigung des Monopols darf aber
nicht davon ausgegangen werden, daß die Produktion, Zirkulation,
Konsumtion des betreffenden Artikels vollständig frei ist, da Ja
auch andere Besteuerungsarten, mit denen das Monopol zu ver-
gleichen ist, die Gestaltung von Produktion, Zirkulation und Kon-
sumtion modifizieren und belästigen. Wie wir an anderer Stelle
sahen, haben auch die übrigen Formen der indirekten Steuer ihre
großen Nachteile, auch diese stören die natürliche Gestaltung des
wirtschaftlichen Lebens; auch diese können ‚das wirtschaftliche
Leben in falsche Richtungen lenken; auch diese setzen verschiedene
Kontrollverfahren voraus; auch diese rufen Reibungen zwischen
dem Staat und den Staatsbürgern hervor. Daß das Monopol den
Kreis der Privattätigkeit einengt, gilt auch nur mit Bezug auf
einen Teil der Unternehmertätigkeit, denn bei staatlichen Monopolen
werden in den höheren Stellen Individuen Verwendung finden, die
sonst der Klasse der Unternehmer angehören würden.
Mit Rücksicht auf die gegenüber den. Monopolen sich geltend
machende Abneigung haben wir oben erwähnt, daß die neue Zeit auf
vielen Gebieten monopolistische Gestaltungen beförderte, da diese
notwendigerweise aus dem Boden der modernen Wirtschait, gerade
infolge der bis zum Exzeß getriebenen Konkurrenz entstehen. Wenn
aber eine Wahl getroffen werden muß zwischen staatlichen und
privatwirtschaftlichen Monopolen, werden wir keinen Moment an-
stehen, den staatlichen den Vorzug zu geben, da diese jedenfalls
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