Full text: Die Nationalökonomie in Frankreich

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Die gegenwärtige Lage der liberalen Schule 
sehen Traditionen und bekennt sich zur Grenznutzenlehre Jevons’ 
und der österreichischen Schule. Adam Smith und dessen 
Nachfolgern wirft er vor, das Wesen des Gebrauchswertes ver 
kannt zu haben, indem sie ihn zur Brauchbarkeit objektivierten 
und bald aus dem Auge verloren. Er selbst unterscheidet 
mit der österreichischen Schule einen rein subjektiven Ge 
brauchswert und einen zwar ebenfalls wesentlich subjektiven 
Tauschwert, „zu dem aber in den meisten Fällen ein objektives 
Element hinzutritt“ *). 
Ein ganz besonderes Gewicht legt er ferner auf das Gesetz 
der Substitution. Die Erscheinung der Substitution erklärt er 
für eine der wichtigsten des Wirtschaftslebens. Sie tritt in 
vierfacher Form auf: erstens als eine Vertretung von Gütern 
durch andere, ähnliche Güter, deren Surrogate, zwecks Befriedi 
gung eines und desselben Bedürfnisses; zweitens, indem ein 
Produktionsverfahren durch ein anderes ersetzt wird; drittens, 
als Ersatz menschlicher Arbeitsleistung durch maschinelle Ver 
richtung oder umgekehrt; viertens, indem ein Bedürfnis einem 
andern Platz macht 1 2 * * * * * ). Das Gesetz der Substitution besteht nun 
eben darin, daß unter dem Einfluß des Preises ein solcher 
Ersatz vor sich geht. Das Auftreten von Surrogaten macht jede 
genaue Berechnung und folglich jede mathematische Formu 
lierung der Preisgesetze illusorisch. Auch wirkt das Gesetz der 
Substitution dem dauernden Erfolg jeder Kartellierung und 
jeder Monopolbildung entgegen. „Das Gesetz der Substitution 
ist das Hauptmittel, durch das in vielen Fällen, wo nicht 
in allen, der Konsument den übermäßigen Prätentionen der 
Produzenten entgeht. Dank den Fortschritten der heutigen 
Wissenschaft wiegen die Wirkungen jenes Gesetzes in den wirt 
schaftlichen Beziehungen der Menschen zueinander immer mehr 
vor“ 8 ). 
1) Traité, Bd. III, p. 18 ff. 
2 ) „Nicht nur für die Befriedigung eines und desselben Bedürfnisses gibt 
es Surrogate, sondern auch Bedürfnisse, die gar nicht zueinander in Be 
ziehung zu stehen scheinen, sind beständig miteinander im Kampf, um sich im 
Herzen der Menschen den Vorrang streitig zu machen und jedes für sich die 
Kaufkraft, über welche der Mensch verfügt, mit Beschlag zu belegen.“ Traité, 
Bd. I, p. 87—88. 
8 ) Traité, Bd. I, p. 664.
	        
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