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XXV 1.
Tonnenzahl der im
dito der mit den er
oberten Gebieten
Jahr Handel mit den alten
Inseln besch. Schiffe
1796 145195 Tonnen
1800 162 245
34622 Tonnen
59 755
Die angeführten Verluste fielen um so schwerer ins Ge
wicht, als sie unglücklicherweise mit einer Stockung des ge
samten übrigen englischen Aufsenhandels zusammenfielen.
Letzterer befand sich seit 1803 in der denkbar übelsten Lage;
sie ist für die Kennzeichnung der allgemeinen Stimmung, aus
welcher heraus die Abolition beschlossen wurde, zu «wichtig,
als dafs sie nicht in diesem Zusammenhänge kurz erwähnt
werden sollte.
Bisher hatte der britische Handel, von den Vereinigten
Staaten abgesehen, auf allen Meeren vorgeherrscht. Die Abtretung
der kolonialen Eroberungen, die Wiederaufrichtung der fremden
Handelsflotten, kurz, die Wiederherstellung des status quo von
1793 zerstörte die Grundlagen seiner Macht. Namentlich er
regte Napoleons hartnäckige Weigerung, einen Handelsvertrag
mit England zu schliefsen, schlimme Enttäuschungen. Die eng
lischen Exporte, welche 1802 die seltene Höhe von über
46 Milk j£. erreicht hatten, fielen 1803 plötzlich auf 31 Va Milk j£.
Von der Aufrechterhaltung seines kommerziellen Übergewichts
hing aber für England alles ab; denn der Schwerpunkt der
britischen Finanzen ruhte, seitdem infolge der Einstellung der
Einlösbarkeit der Banknoten (Februar 1797) der Staatsbankerott
faktisch eingetreten war, und seit der sogen. Kapitalisierung
der Landrente (Kiefselbach, S. 92) auf den Erträgen des aus
wärtigen Handels. Die Kriegserneuerung bot den einzigen
Ausweg aus der verfahrenen Lage. „Wir müssen Krieg
haben,“ sagte 1803 ein bedeutender Redner im Unterhaus
(Posselts Anm. 1805, 11 Stück), „denn nur der Krieg gibt
uns die Kolonien wieder, und nur diese setzen uns in den
Stand, den jährlichen Ungeheuern Aufwand und die Zinsen
unserer sinnlosen Nationalschuld zu bestreiten.“ Dieses Ziel
galt es, mit allen Mitteln zu erreichen. Die Abolition war
eins davon. „War England auch nur eine Stunde ehrlich, so
war es für eine Ewigkeit verloren!“ (Kiefselbach, S. 105.)
Der Krieg brach im Sommer 1803 von neuem los und
führte in schneller Aufeinanderfolge zu einer abermaligen Er
oberung von St. Lucie, Tabago und zu Anfang 1804 auch
von Surinam, während die drei holländischen Guyanakolonien
sich freiwillig unter britischen Schutz begaben. Nach den
noch frischen Erfahrungen des letztvergangenen Krieges
mufste man eine Wiederholung der früheren Ereignisse er
warten, nämlich eine starke Einwanderung britischen Kapitals,
namentlich von Negersklaven, in Gebiete, von denen man