fullscreen: Das Flammenzeichen vom Palais Egmont

Begrüßungen durch Briefe und Telegramme. 551 
besserungen gebracht hat. Die Armut herrscht. Unser Land gehört uns nicht 
mehr. Unsere Kinder werden durch eine immer höher anwachsende Sterblich- 
keit dezimiert, eine Folge des Fehlens von Hygiene und der notwendigen Pflege. 
Die Erwachsenen sterben „für Frankreich“. Im geistigen Leben zeigt sich das 
Versagen des Protektorats noch schärfer. Nur der sechste Teil unserer Kinder 
findet in der Schule Platz, die übrigen treiben sich auf der Straße herum. 
Einige Ärzte und Rechtsanwälte (deren Zahl nicht 25 übersteigt), die sich 
aus eigener Kraft emporgearbeitet haben, sind die einzigen Intellektuellen 
des muselmanischen, unter französischer Herrschaft stehenden Tunis. 
Eine unersättliche koloniale Minderheit zieht aus diesem Ausnahmeregime 
die ganzen Profite und versucht alles, um es ewig dauern zu lassen. 
Man bedauert das Vergangene, beklagt die Gegenwart. Doch die Zu- 
kunft wird noch schlimmer sein ..., wenn das tunesische Volk nicht bis 
zum äußersten den Kampf fortsetzt, den es heute unternommen hat und der 
sein einziger Rettungsweg ist. 
Wie kann man unter solchen Umständen glauben, daß es nicht von 
ganzem Herzen und mit ganzer Seele mit Ihnen ist? 
Wenn auch das tunesische Volk jetzt mit seinem Kampf gegen koloniale 
Unterdrückung zu tun hat, so vergißt es doch nicht seine Brüder in China, 
Indien, Ägypten und in den anderen Ländern, die vor der Welt unter furcht- 
baren Opfern die Herrschaft der ‚Gewalt, die vor Recht geht‘, abschütteln. 
Ich begrüße in Ihrem Kongreß die Morgenröte der Völkerbefreiung.“ 
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