um zwei Drittel größer ist, als das des Eisens, aus dem er sich bildet,
weshalb bei festeingebetteten Eisenteilen dann die Umhüllung ge-
sprengt wird und bei gestrichenen oder sonst überzogenen Teilen die
Schutzschichten, unter denen sich der Rost gebildet hat, abgehoben
werden,
Ein wirksamer Schutz gegen den Rost wird also nur zu bewerk-
stelligen sein, wenn es gelingt, über der zu schützenden Metallfläche
eine Schicht herzustellen, die beide, Luft und Wasser, hindert, mit
dem metallischen Eisen in Berührung zu kommen. Einen vorübergehen-
den Schutz dieser Art gewährt nun jedes darüber gestrichene Fett,
Vaseline usw., daher auch jede Ölfarbe. Soll die Schutzwirkung aber
längere Zeit währen, so sind Überzüge nötig, die fest auf dem Metall
haften, den Zutritt von Wasser und Luft möglichst verhindern und
dabei elastisch genug bleiben, um die Volumenänderung des Metalls
bei Temperaturschwankungen unbeschadet mitmachen zu können,
Ein absoluter Schutz ist durch Anstriche freilich nicht erreichbar,
weil jede Farbschicht als organisches Gebilde mit der Zeit zerstört
wird, Für die Praxis genügt es aber auch vollkommen, wenn wir
Schutzschichten herstellen können, die möglichst lange halten, da-
bei hinsichtlich der Kosten gewisse Grenzen nicht überschreiten,
also wirtschaftlich sind und sich ohne allzu große Schwierigkeiten
von Zeit zu Zeit erneuern lassen, Der Verbraucher solcher Schutz-
mittel wird sich andererseits natürlich darüber klar sein müssen, daß
er eine gewisse Preisgrenze auch nicht aus unangebrachter Spar-
samkeit unterschreiten darf, wenn er verhältnismäßig sichere Schutz-
wirkung anstrebt.
Man kennt auch andere Wege, einen Rostschutz herbeizuführen,
z. B. Zusätze zum Eisen, die es für Wasser und Luft unangreifbar
machen, metallische Überzüge oder Emaillierung, Nichtrostende
Eisensorten sind aber zurzeit noch so teuer, daß ihre Allgemeinver-
wendung unmöglich ist, wenn sie auch zweifellos den besten Schutz
darstellen, da es sich hier nicht um einen einfachen Oberflächen-
schutz handeln würde wie bei den andern Verfahren, der natürlich
mehr oder weniger versagt, sobald der schützende Überzug irgendwie
verletzt worden ist, Andersmetallische Überzüge und Emaillierung
lassen sich dagegen gleichfalls an fertigen Gegenständen nicht
machen, sobald diese eine gewisse Größe überschreiten oder fest
mit den Unterlagen verbunden sind, wie das z. B. bei Eisenkonstruk-
tionen der Fall zu sein pflegt. Einen natürlichen Rostschutz bildet
der sogenannte Hammerschlag eiserner Geräte; auch die Walzhaut
und die Gußhaut des Eisens bieten einen gewissen Schutz. Dieser
entsteht ferner bei dem im Schmiedehandwerk üblichen Einreiben
glühender Gegenstände mit harzigen und fettigen Stoffen. Brünieren
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