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Roggen als Schweinefutter zu verwenden, während er für viele
Gegenden Deutschlands als Brotstoff schon zu teuer ist. Ja
wir liefern sogar dem Russen unseren Brotstoff billiger, als uns
der Russe das Viehfutter. Russische Gerste kostete, nach dem
Berliner Tageblatt vom 12. September 1911, zu dieser Zeit an der
Grenze 135 Mk., also 10 Mk. mehr als unser deutscher Roggen.
Bür Kleie, also das Abfallprodukt, zahlen wir 140 Mk., d. h.
15 Mk. pro Tonne mehr, als der Russe für unseren Brotstoff.
Das ist im kurzen die Geschichte vom Freihandel bis
z um Bülowschen Zolltarif, vermöge dessen wir der russischen,
dänischen, skandinavischen, holländischen und englischen Be
völkerung die Lebenshaltung um fast ein Drittel verbilligen,
während uns durch dieses Verschleudern an das Ausland die zur
Verfügung stehende Menge an Nahrungsmitteln verringert wird.
Wer trägt den Zoll?
Die größte Rolle unter den Einwänden von agrarischer
Seite gegenüber den Gegnern hoher Getreidezölle spielte bisher
immer das Bismarcksche Wort: Das Ausland trägt den Zoll;
Ein Wort, das Bismarck als Fechtargument prägte, als er
®einen Zolltarif durchsetzen wollte und das heute noch getreulich
v °n den Agitatoren des Bundes der Landwirte landauf, landab
Uachgesagt wird. Schon eine Frage dürfte genügen, diesen
Einwand zu beseitigen: Weshalb ersehnt man denn überhaupt
die Zölle so leidenschaftlich, wenn sie nicht den Zweck ver
folgen sollen, die Inlandpreise um ihren Betrag zu erhöhen?
Es ist ja nichts Neues, daß es bisweilen Umstände geben kann,
die einen Einfuhrzoll teilweise oder ganz vom Auslande tragen
lassen. Deutschlands Erfahrungen mit den Getreidezöllen
Sln d aber andere. Zunächst sinkt wohl der Weltmarktpreis
e Gvas, weil das ausländische Getreide sich auf dem Weltmarkt
s taut. Das geschah bisher aber stets nur ganz vorübergehend.
fo' lc h der Roggenzoll wurde von dem an Deutschland ver