Full text: Vom Wirtschaftsgeist in Amerika

29 Dogma des Fortschrittsglaubens 
der ein Automobil von Paris nach Berlin lenkt, ein höher 
entwickelter Mensch sei als der Wagenlenker des Achilleus, 
oder daß ein moderner Ministerpräsident, weil er auf einem 
Zweirad fährt, seine Eilbriefe bei elektrischem Licht schreibt 
und seine Staatsrentenmakler durch das Telephon instruiert, 
ein aufgeklärterer Herrscher ist als Cäsar es war?“ 24 
Der Amerikaner glaubt es. Und er kann es glauben, weil 
für ihn sich der Fortschritt durch die Erziehung und Auf- 
klärung der Menschen vollzieht, und ihrer Erziehbarkeit, ihrer 
moralischen und geistigen Höherentwicklung ebensowenig 
Grenzen gezogen sind, wie dem durch den Intellekt erreich- 
baren; ein Unlösbares gibt es nicht. Die neuzeitliche Technik 
hat die Werkzeuge geliefert, mit denen die Riesenaufgabe in 
Angriff genommen und zu Ende geführt werden konnte, die 
wirtschaftliche Unterwerfung des erdteilgroßen Landes. Jeder 
Forderung hat sie sich gewachsen gezeigt, was soeben noch 
unmöglich schien, stand plötzlich fertig vor Augen. Daher 
die Freude des Amerikaners an dem ganzen technisch-zivili- 
satorischen Apparat, die bis ins kleine und kleinste geht, die 
Freude an der immer zunehmenden Mechanisierung, die ein 
Sieg der Ratio über die Natur ist. Hieraus entspringt ihm der 
Glaube an die Erlösung des Menschen durch die Technik, 
„die Elektrizität ist sein Messias‘‘ 25 und den höchsten Men- 
schentypus repräsentieren ihm die Erfinder, die den stetig 
aufwärts sich bewegenden Wagen des Fortschritts mit einem 
Ruck ein beträchtliches Stück nach vorne geführt haben: 
Mc Cormick, Howe, Peter Cooper, Goodyear, Edison sind seine 
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