Full text: Vom Wirtschaftsgeist in Amerika

al Das Wirtschaftsleben innerhalb der Gesamtkultur 
tigen Männer wissen, daß eine nutzbringende Beschäftigung 
ihr Lebenszweck sein muß, sie werden nie auf den Gedanken 
kommen, daß die Handhabung von unverrückbaren Gesetzen 
das erhabenste Feld der Betätigung ist, sie werden diese Be- 
schäftigung Leuten von weniger Gehirn und geringeren Kräf- 
ten überlassen.“ 30 
Die Betätigung im Wirtschaftsleben nimmt zwar die volle 
Zeit und Kraft des Menschen in Anspruch, erfüllt aber auch 
alle Bedürfnisse und Wünsche. Der Geschäftsmann fühlt sich 
daher nicht im mindesten bedrückt, wenn ihm seine Arbeit 
keine Möglichkeiten übrig läßt, irgendwelche geistige Inter- 
essen zu pflegen, seelische Schmerzen, von der Teilnahme am 
kulturellen Leben, von Literatur, Kunst, Wissenschaft abge- 
schnitten zu sein, empfindet er nicht. Und von Jugend an 
soll man sich durch nichts von der ausschließlichen Verfol- 
gung der wirtschaftlichen Ziele ablenken lassen, alles andere 
ist zwecklos, zieht von der eigentlichen Aufgabe ab und wird 
dem Erfolg hinderlich sein. „Ein junger Mann, der ‚ein Groß- 
schlächter werden will,“ so schreibt der Dollarkönig an seinen 
Sohn, als er hört, daß dieser sich viel mit Golfspielen abgibt, 
„hasn’t much daylight to waste on any kind of links except 
sausage links.“ 31 
Es gibt keine Gruppe, keine Klasse, die sich von kommer- 
ziellem Denken frei wüßte; im Business zu reüssieren, ist 
das höchste Ideal, die „men of progress‘ sind neben den Er- 
findern die Carnegie, Harriman, Rockefeller. „Der Arzt, der 
eine neue Operation findet, der Bakteriologe, der ein neues
	        
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