Die Zementpreise während der Zeit der Kartelle.
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das nordwest-mitteldeutsche Syndikat mit seinen ostdeutschen
Konkurrenten traf. Infolgedessen konnten hier die Preise nicht
hoch sein. Der Durchschnittspreis betrug in 1901 2,50 Mk. für
100 kg. Die Preise, die die Berliner Fabriken bei Submissionen
forderten, waren schwankend, teils niedriger, teils höher als
dieser Satz, öfter jedoch das erstere. Abgesehen von den
Fabriken am Platze beschickte das nordwest-mitteldeutsche
Syndikat den Berliner Markt noch von Hannover und Mittel
deutschland aus. Die Preise waren zwar etwas niedriger als die
der Berliner Werke, jedoch nicht um den vollen Betrag der
Fracht, so daß in erster Linie die letzteren für die Deckung des
Bedarfs in Frage kamen. Immerhin waren die Preise noch so
gestellt, daß sie eher unter denen der Schlesier und Stettiner
blieben, wenn man die Fracht hinzurechnet. Die ersteren haben
auch tatsächlich wenig Zement nach Berlin angeboten, weil sie
nichts dabei verdienen konnten, wenn sie es jedoch taten, dann
zu einem Preise, der unter dem heimischen stand. Zurückge
gangen sind die Preise in 1901 überall, doch am meisten in den
Gebieten des nordwest-mitteldeutschen Syndikates, wo die Über
produktion am größten war und besonders auf den östlichen
Märkten, auf denen gegen die Außenseiter gekämpft wurde. In
den übrigen Gruppen war die Überproduktion kleiner und so
konnten die Schlesier ihre Preise in ihrem engeren Absatzgebiete
besonders infolge des Bestehens ihres Syndikates noch auf einem
Stande halten, der ein leidliches Verdienst zuließ. Die Stettiner
Fabriken hatten zwar kein Syndikat, doch war hier die Überpro
duktion auch nicht so stark wie im Westen und außerdem ging
ein großer Teil ihrer Ware nach dem Auslande. Die Angriffe
des nordwest-mitteldeutschen Syndikates erwiderten sie dadurch,
daß sie es in Berlin zwar nicht direkt unterboten — das hätte
ihnen Verluste gebracht —, doch seine Preise unter einem
gewissen Drucke hielten. Ihre Preise in ihrem engeren Absatz
gebiete konnten jedoch durch das Syndikat wegen der Fracht
differenz nicht allzu sehr heruntergedrückt werden und standen
daher verhältnismäßig hoch. Die unterelbische und süddeutsche