70
Y. Kapitel.
beträgt. Hieraus können wir also schließen, daß die Regelmäßigkeit in Ein
nahmen und Ausgaben die Umlaufsgeschwindigkeit erhöht.
2 c. Weiter haben wir den Synchronismus von Einnahmen und Aus
gaben in Erwägung zu ziehen, d. h. die Vornahme von Zahlungen und
Geldeingängen in gleichen Intervallen. In den Fällen', wo Zahlungen wie
Mieten, Zins, Versicherung und Steuern ohne Rücksicht auf die Zeit der
Geldeingänge erfolgen, ist es oft notwendig, Geld oder Depositen im vor
aus anzusammeln, wobei dann der im Besitz befindliche Durchschnitts-
betrag erhöht, das Geld zeitweilig seinem Verbrauche entzogen und die
Umlaufsgeschwindigkeit herabgesetzt wird. Diesem Resultat kann indessen,
wenn das Individuum es will und zu borgen in der Lage ist, vorgebeugt
werden, wobei das zur Bezahlung von Steuern oder anderen Spezialaus
lagen geliehene Geld später, wenn es ihm paßt, zurückgezahlt wird. Dies
ist einer der Fälle, in denen das Bankwesen, wie bereits erklärt, durch An
leihen und Depositen der Bequemlichkeit des Publikums dient und die Um
laufsgeschwindigkeit des Geldes und der Depositen erhöht. In ähnlicher
Weise kann der Buchkredit den der Disharmonie zwischen den Zeiten der
Einnahmen und Ausgaben entspringenden Unannehmlichkeiten abhelfen,
denn, wie wir gesehen haben, ist es eine große Annehmlichkeit für denjenigen,
der in Bargeld oder Depositen zahlt, wenn Kaufleute, denen er Geld
schuldig ist, ihm gestatten, seine Zahlungen bis nach Empfang seines
Geldes oder seines Bankdeposits aufzuschieben. Durch diese Maßnahme
wird der Notwendigkeit, viel Geld oder Depositen zur Verfügung zu halten,
abgeholfen und infolgedessen wird dadurch deren Umlaufsgeschwindigkeit
erhöht.
Wir ziehen also den Schluß, daß der Synchronismus und die Regel
mäßigkeit der Zahlungen nicht minder als die Zahlungsfrequenz durch
Erhöhung der Umlaufsgeschwindigkeit zu einem Steigen der Preise bei
getragen haben.
§5.
3a. Je dichter die Bevölkerung eines Bezirkes ist, desto rascher ist die Um
laufsgeschwindigkeit 1 ).
Es kann mit Bestimmtheit nachgewiesen werden, daß dies bei den
Bankdepositen der Fall ist. Nachstehende Zahlen 2 ) geben die Depositen-
x ) Kinley weist in seinem Buche Money, New York (Macroillan), 1904, S. 156, auf
diese Tatsache Mn.
2 ) Diese Zahlen stellen die Medien der von Pierre des Essais für europäische Banken
angeführten dar, (Journal de laSocüU deStatistique de Paris, April 1895), die ich durch Ma
terial ergänzt habe, das mir von einigen amerikanischen Banken zur Verfügung gestellt wurde.