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,Vom Wirtschaftsleben und seiner Theorie“,
Theorie, von den grundlegenden zu den weiteren Problemen, aus der
wachsenden Flut jener Ergebnisse in das System hinein, was nur Platz
hat. Gemeine Erfahrung mischt sich somit regellos mit wissenschaft
lich erarbeiteter, mit Tatsachenerfahrung, bis förmlich nur ein Brei
von Erfahrung in die Systeme einfließt und ein wahres „Literessen“
an Theorie herauskommt. Hier nun ist reinliche Scheidung geboten,
und jene strenge „Theorie vor den Tatsachen“ macht dies auch mög
lich. Sie hat die Grundlehren von der Wirtschaft erbracht. Mit
deren Hilfe, als geistiges Werkzeug, lassen sich nun die Ergebnisse
der Tatsachenforschung streng theoretisch verarbeiten, um so die
ganze Vorarbeit der Empirie erst voll für die Theorie zu verwerten,
ausdrücklich zum Behufe einer reinen „Theorie auf Tatsachen
grundlage“. Dies die zweite Neuerung. Damit stellt sich der Lehre
vom Unwandelbaren eine Lehre vom Wandelbaren gegenüber, im
Sinne einer systematischen Formenlehre der Wirtschaft. Hier
gälte es, Reihen zu bilden der Lage-, Verkehrs-, Versorgungs-, Rechts-,
Zweck-, Gesinnungs- und so weiter Formen, jedoch inhaltlich geord
nete, keineswegs Entwicklungsreihen. Daraufhin fänden sich auch
Gruppen innerlich zusammengehöriger Formen heraus — als jene
Formenkomplexe, die je einer „Wirtschaftsordnung“ idealtypisch eigen
sind. Jede Gewordene Wirtschaft weist eine bestimmte „Wirtschafts
verfassung“ auf, die selber wieder durch das Vorwalten einer be
stimmten „Wirtschaftsordnung“ gekennzeichnet ist.
Dann erst, gleichsam durch ein sinnvolles Gegenspiel von Grund
lehren und Formenlehre der Wirtschaft, dringt man durch zu einer
eigentlichen Gestaltungslehre von der wirklichen, der Gewordenen
Wirtschaft. Man erwägt einfach, wie sich die „Idee“ der Wirtschaft
jedesmal wieder in einem solchen Formenkomplex erfüllt. Das
läuft z. B. auf die Frage hinaus: wie ist „unternehmungsweise Erwerbs
wirtschaft“ möglich? Und erst bei solcher Fragestellung, mit jenem
Rückhalt am vollen Ertrag der Tatsachenforschung, da erst kann
das lebenstheoretische Denken erhoffen, daß ihm die erschöpfende
Entwirrung der wesenhaften Zusammenhänge des Wirtschaftslebens
gelinge. Auch noch in dieser Dreistufigkeit der Theorie — Grund-
lehren, Formenlehre, Gestaltungslehre — prägt sich die Disziplin des
Denkens aus.
Doch ist dies alles noch Zukunftsmusik. Niemand weiß, wann
die Wissenschaft reif sein wird für den erschöpfenden Ausbau
eines solchen Systems nationalökonomischer Theorie. Gerade nur der
erste Schritt ist ohne weiteres möglich: die Theorie der „Ewigen
Wirtschaft“ I Darüber noch hinaus wird man sich vorerst schlecht und