seine kurzen Erwiderungen und scheinbare Unauf-
merksamkeit verletzt fühlten, fanden auch, daß er
ihnen trotzdem gab, was sie wünschten, und oft mehr.
Eines Tages suchte ihn ein Arzt auf, der einen Plan
ausgearbeitet hatte, um für arme, ihrer Entbindung
entgegensehende Frauen zu sorgen. Morgan schien
den Erklärungen des Arztes ungeduldig zuzuhören, er
stellte nur eine oder zwei brüske Fragen. Dann sagte
er: „Bringen Sie mir Pläne für ein passendes Gebäude
und einen Kostenanschlag für die Finanzierung. Ich
werde das Geld besorgen, In 5 Minuten war alles
vorbei, und gerade als der Besucher meinte, Morgan
werde ihn mit einem kurzen „Nein entlassen, wurde
seine Bitte, die eine Ausgabe von 1'/s Millionen Dollar
erforderte, gewährt.
Der Bürgermeister William R. Grace von New
York begann sich nach Ablauf seiner ersten Amts-
periode sehr für Philanthropie zu interessieren, und
machte es sich zur Aufgabe, selbst Geld für diese
Zwecke zusammenzubringen. Er suchte zu diesem
Zweck auch Morgan auf, und das um so lieber, als er
sich erinnerte, daß Morgan einer der wenigen großen
Geschäftsleute in New York gewesen war, die ihn
während seiner Amtszeit niemals um eine Begünsti-
gung für sich oder für ihre Firmen angegangen hatten.
Grace legte Morgan den Zweck seines Besuches dar.
Morgan antwortete so kurz und knapp, daß der Be-
sucher sich verletzt fühlte. Er stand. ohne ein Wort
zu sagen, auf.
„Wo wollen Sie hin?‘ fragte Morgan.
„Fort. Ich muß Sie um Verzeihung bitten, daß ich
Sie mit dieser Angelegenheit belästigt habe.”
„Warten Sie noch einen Augenblick“, sagte Mor-
gan. Er nahm seine Feder, schrieb etwas und händigte
es Grace aus, indem er sagte: ‚Da, nehmen Sie das.
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