Object: Vergangenheit und Zukunft der Sozialwissenschaften

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von Schlagworten, welche stets einer Prognose wie 
der meinen entgegenrollt: Daß das Epigonentum, 
Fachsimpelei, Engherzigkeit usw. predigen heiße. 
Wohl verteidigt sich damit gelegentlich auch ein un 
gebärdiges Genie. Selbst ein solches aber täte besser, 
sich Goethes Wort (Gespräche mit Eckermann 13. De 
zember 1826) zu Herzen zu nehmen: „Der junge 
Mann hat Talent; aber daß er alles von selbst ge 
lernt hat, deswegen soll man ihn nicht loben, sondern 
schelten. Ein Talent wird nicht geboren, um sich 
selbst überlassen zu bleiben, sondern sich zur Kunst 
und guten Meistern zu wenden, die dann etwas aus 
ihm machen.“ Und ein Untergrund von Handwerker 
sinn ist gerade zum Erreichen des Höchsten, gerade 
um höchste Kraft fruchtbar zu machen nötig — 
Goethe hat sehr viel davon gehabt, das war eine der 
Wurzeln seiner Größe. Aber meist verbirgt sich nicht 
Kraft, die keinem Zügel sich fügen kann, sondern 
Schwäche hinter solchen Schlagworten, nicht Fülle, 
die nicht zu bändigen ist, sondern Armut. Solche 
Schlagworte sind überwiegend nicht Stoßseufzer des 
Genies, sondern die letzte Selbstverteidigung siechen 
den Dilettantismus. Epigone ist, wer die Gedanken 
des Meisters wiederholt oder in ein System bringt, 
nicht aber, wer die Waffe aus der erstarrenden Hand 
des Meisters nimmt, um neue Wege damit zu bahnen. 
Für den sind die Taten der Meister nur Vorarbeit. 
Und der Weg, auf dem meines Erachtens die Sozial 
wissenschaften schließlich vorwärts müssen, erdrückt 
nicht das Genie: Es sind nicht untergeordnete Auf 
gaben, wie etwa Sammel- oder andere Handlanger-
	        
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