internationalen Verbindungen, ferner den Beziehungen zur Deutschen Libbey-
Owens-Gesellschaft und zur Zeche Dahlbusch ganz abgesehen — nur eins von vielen
Produktionsgebieten, die allerdings mit der Kalisalzverarbeitung und der Neben-
produkte-Verwertung teilweise zusammenhängen. so z. B. die Herstellung von Pott-
asche, Chlorkalk, Aetzalkalien usw.
Inzwischen ist aber auch bei anderen Gruppen in anderer Form der Weg zur
Chemie beschritten worden. So schlossen 1925 die Anhaltischen Salz-
werke (Fiskus) einen Interessengemeinschaftsvertrag mit der Concordia
Chemische Fabrik a, A. (Leopoldshall) sowie der Staßfurter
Chemische Fabrik (vorm. Vorster & Grüneberg) A.-G., zwei Gesellschaften,
die unter teilweiser Verarbeitung von Kalisalzen u. a, Chlormagnesium, Brom, Bitter-
salz, Chlorcalcium, Pottasche, Borsäure, ferner Superphosphat und Dünger-
mischungen herstellen. Durch die im September 1929 erfolgte Pachtung der An-
haltischen Salzwerke wird nunmehr die Preußag auch auf diese chemischen
Gesellschaften Einfluß gewinnen. Die chemischen und Düngemittel-Interessen der
Preußag erfahren hierdurch eine weitere Bereicherung, wobei an die zum Preußag-
Konzern gehörigen Stickstoffanlagen (Scholven und Shamrok) erinnert sel.
1927 begann die Kaliindustrie A.-G. zusammen mit den Klöcknerwerken
in Rauxel ein Stickstoffwerk mit einer Leistungsfähigkeit von 18000 to Reinstick-
stoff zu errichten, das 1928 seinen Betrieb aufnahm. Die diese Anlage betreibende
Gewerkschaft Victor wird von beiden Gesellschaften zu gleichen Teilen kon-
:;rolliert. Der gewonnene Stickstoff wird unter Zusatz von Chlorkalium in einer
Anlage des zum Wintershall-Konzern gehörenden Kaliwerks Glückauf-Sonders-
aausen auf Kalisalpeter verarbeitet.
1928 erfolgte die Fusion der Kaliwerke Neu-Staßfurt-Friedrichshall mit der
Rhenania-Kunheim Verein Chemischer Fabriken A.-G. unter Bildung einer neuen
Konzerngesellschaft „Kali-Chemie A.-G.“, die insbesondere eine Bindung von
Phosphat und Kali (Kali-Rhenania-Phosphat) auf den Markt bringt. Auch beim
Salzdetfurth-Konzern bestehen kalichemische Pläne.
Diese und andere Interessenausdehnungen von Kaligesellschaften in
zertikaler Richtung, d. h. in erster Linie der Uebergang zur Misch- und Voll-
Jüngerherstellung, in viel geringerem Maße die bessere Verwertung der Neben-
ınd Abfallprodukte, scheint die horizontale Konzentration, die Bildung eines
ımfassenden Kalisalztrusts, wenn nicht unmöglich gemacht, so doch immerhin ver-
zögert und modifiziert zu haben. Die gleichwohl zu beobachtende Annäherung der
ührenden Konzerne kommt in zwei Erscheinungen zum Ausdruck: erstens in der
Anfang des Jahres 1930 gegründeten Interessen-Gemeinschaft der
Deutschen Kaliindustrie GC. m. b. H., einer Dachgesellschaft für. die vier
Syndikate, in denen die Nebenprodukte der Kaligewinnung zusammengefaßt sind:
Steinsalz, Brom, Chlormagnesium und Bittersalz; zweitens in den sowohl seitens
des Wintershall- wie des Burbach-Konzerns gemachten Andeutungen über die
Zweckmäßigkeit gemeinschaftlicher Unternehmungen ‚auf
dem Gebietder Mischdüngerherstellung, Vielleicht wird auch hier-
bei die oben erwähnte Interessen-Gemeinschaft, in deren Aufsichtsrat alle
Konzerne vertreten sind, die aber vorläufig ein Kapital von nur 0,3 Mill. RM hat,
noch eine Rolle zu spielen berufen sein. Die Bedeutung der erwähnten Neben-
»rodukt-Syndikate sei durch die folgenden Angaben veranschaulicht*):
u Vgl, „Frankfurter Zeitung‘ vom 29. Jan, 1930, Nr. 77,