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Vierter Abschnitt
industrielle Revolution im 18. Jahrhundert ausgeht. Sie bildet nodl
jeden Tag von neuem den Ausgangspunkt, so oft Handwerksbetriel
oder Manufakturbeirieb in Maschinenbetrieb übergeht.
Sehen wir uns nun die Werkzeugmaschine oder eigentliche Ar
beitsmaschine näher an, so erscheinen im großen und ganzen, wen?
auch oft in sehr modifizierter Form, die Apparate und Werkzeuge
wieder, womit der Handwerker oder Manufakturarbeiter arbeite
aber statt als Werkzeuge des Menschen jetzt als Werkzeuge eine®
Mechanismus oder als mechanische Werkzeuge. Entweder ist die
ganze Maschine nur eine mehr oder minder veränderte mechanisch‘
Ausgabe des alten Handwerksinstruments, wie bei dem mechanisch“
Webstuhl,*° oder die am Gerüst der Arbeitsmaschine angebracht“
tätigen Organe sind alte Bekannte, wie Spindeln bei der SpiPF
maschine, Nadeln beim Strumpfwirkerstuhl, Sägeblätter bei der
Sägemaschine, Messer bei der Zerhackmaschine usw. Der Unter“
schied dieser Werkzeuge von dem eigentlichen Körper der Arbeit“
maschine erstreckt sich bis auf ihre Geburt. Sie werden nämlic
immer noch großenteils handwerksmäßig oder manufakturmäß®
produziert und später erst an den maschinenmäßig produziert”
Körper der Arbeitsmaschine befestigt.?*! Die Werkzeugmaschine BP
also ein Mechanismus, der nach Mitteilung der entsprechenden U
wegung mit seinen Werkzeugen dieselben Operationen verricht®
welche früher der Arbeiter mit ähnlichen Werkzeugen verrichtet”
Ob die Triebkraft nun vom Menschen ausgeht oder selbst wied®
von einer Maschine, ändert am Wesen der Sache nichts. Non
Üebertragung des eigentlichen Werkzeuges vom Menschen auf n
Mechanismus tritt eine Maschine an die Stelle eines! bloßen Wer
zeuges. Der Unterschied springt sofort ins Auge, auch wenn 0
Mensch selbst noch der erste Motor [die erste Triebkraft] bleibt. DI
Anzahl von Arbeitsinstrumenten, womit er gleichzeitig wirken kan
ist durch die Anzahl seiner natürlichen Produktionsinstrumente, se
eigenen körperlichen Organe, beschränkt. Man versuchte in Deutf,
land erst einen Spinner zwei Spinnräder treten, ihn also gleichz®"
mit zwei Händen und zwei Füßen arbeiten zu lassen. Dies war in
anstrengend. Später erfand man ein Tretspinnrad mit zwei #
deln, aber die Spinnvirtuosen, die zwei Fäden gleichzeitig spil®
konnten, waren fast so selten wie zweiköpfige Menschen. Die Jen
spinnt dagegen von vornherein mit 12 bis 18 Spindeln, der StrumP
% Namentlich in der ursprünglichen Form des mechanischen webstubP
erkennt man den alten Webstuhl auf den ersten Blick wieder. wWesentlif
verändert erscheint er in seiner modernen Form. 2
% Erst seit ungefähr 1850 wird ein stets wachsender Teil der Werkz0U6
der Arbeitsmaschinen maschinenmäßig in England fabriziert obgleich nic
von denselben Fabrikanten, welche die Maschinen selbst machen. Maschi’,
zur Fabrikation Solcher mechanischen Werkzeuge sind zum Beispiel & j
Automatic bobbin making engine, Card-setting engine, Maschinen zum Macht
ler Weberlitzen, Maschinen zum Schmieden von Mule- und Throstlespind®