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sodaß die Maschinen insgesamt 420 Kubikfuß in der Minnte bewältigten. An
gesichts dieser bedeutenden Wasserzuflüsse war die Lage eine überaus schwierige
und kritische. Bedenklich war daneben auch, daß in einem Umkreis von 3 bis
4 Stunden die Wasser in sämtlichen Brunnen fielen. Die in der Nähe liegende
hessische Saline Winipfen wurde dadurch geschädigt, daß hier das Wasser in den
Svlenbohrlöchern soweit fiel, daß die Teuchel in der Luft standen und die
Pumpen nicht mehr saugten. Es ergab sich hiernach, daß die 400 PS. starken
Maschinen das gesamte Grundwasser der umliegenden Gegend auspumpten.
Allein trotz alledein gelang es nicht, den Schacht vollständig trocken zu legen.
Man mußte daher einen anderen Ausweg suchen. Es wurde der Entschluß ge
faßt, die Bohrlöcher in Schacht Nr. 2 zu schließen und 25 Fuß über der Wasser
schicht einen Querschlag ans Schacht Nr. 1 zu treiben, womit man die Konzen
tration der gesamten Maschinenkräfte auf einen Punkt zu erreichen bezweckte.
Die Arbeiten zu dem Querschlag wurden am 18. Juli begonnen, wobei die
Dimensionen des Querschlages 5 Fuß breit und 6 Fuß hoch gehalten wurden;
bis zum 27. September war der Querscblag auf 120 Fuß Länge gediehen,
Das Gebirge stand demnach noch 4 Fuß 5 Zoll zwischen dem Querschlag und
dem wassergefüllten Schacht Nr. 1. Am 30. September drang man mit einem
Bohrloch bis zum Schacht Nr. 1 durch, worauf am 1. Oktober die Wasser
320 Fuß tief ain Querschlag standen. Das erfreuliche Ergebnis war, daß der
Zufluß des Wassers nur 250 Kubikfuß in der Minnte betrug, eine Tatsache,
welche die weiteren Arbeiten mit großen Hoffnungen fortsetzen ließ. Nunmehr
setzte man die 91 PS. starke Maschine auf Schacht Nr. 1 außer Betrieb, baute
die Pumpen ein und reinigte den Schacht. Diese Arbeiten waren am 24. Ok
tober beendigt; man hatte zwei Pumpen von 20 Zoll Durchmesser bis auf die »
Sohle ins Wasser gehängt, die nun die Wasser in den Querschlag ergossen,
welche dem Schacht Nr. 2 zuströmten. Diese Wasser wurden mit der 226 PS.
Maschine zutage gefördert. Weiter hoben im Schacht Nr. 1 zwei Pumpen von
13 Zoll Durchmesser das Wasser zutage. Bis Nachts 11 Uhr waren die Wasser-
vollständig gesümpft und der Schacht freigelegt, sodaß nnt dem Aufräumen und
Fördern begonnen werden konnte. Die weiteren Arbeiten währten noch 2 1 / 2
Jahre, bis man wieder auf die Sohle gelangte, wo das Arbeiten außerordent
lich beschwerlich war. Bis an den Hüften im Wasser, war der Arbeiter genö
tigt, hier zwischen den 4 Säugpumpen zu arbeiten. Erst jetzt konnte man sich
über den geologischen Charakter des wasserführenden Gebirges volle Klarheit
verschaffen. Man stellte fest, daß die Wasser sämtlich aus einer etwa 20 cm
hohen dolomitischen Zwischenschicht ansbrachen. Diese Schicht sammelte alle
Wasser im mehrstündigen Umkreis. Die nächste Aufgabe war daher, diese Schicht
durch einen gußeisernen Mantel abzudämmen. Es war daher eine dem Stande
der damaligen Technik entsprechende anerkennenswerte Leistung, daß es bereits
am 27. November gelang, den ersten gußeisernen Ring bei 349 Fuß Tiefe trotz
eines Wasserzuflusses von 400—425 Kubikfuß iit der Minute anzulegen. Am
24. Dezember hatte man die Röhren an dem gußeißernen Futter geschlossen,
das eine Dimension von 23 Fuß 7 Zoll lichter Weite und 10 Fuß 5 Zoll
Höhe besaß. Es zeigte sich bald, daß der Zufluß der Wasser auf 25 Kubikfuß
in der Minute zurückgegangen war, wobei die Wasser wie Staub durch die
Fugen des Mantels traten. Diese Wasser bildeten jedoch für den weiteren Bau
des Schachtes technisch kein Hindernis, sodaß sogleich mit dem weiteren Abteufen