Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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girlanden und Früchte gemalt, in deren Mitte Frau 
Astors Monogramm in Goldbuchstaben prangt. Aus dieser 
großen Halle mit ihren Reproduktionen von Gemälden der 
Marie Antoinette und anderer Personen des alten franzö- 
sischen Hofes, mit ihren kostbaren Vasen und Draperien 
führt eine breite Marmortreppe mit eleganten Stufen auf- 
wärts. Bei all den luxuriösen Einzelheiten dieser Paläste 
zu verweilen ist gar nicht möglich: in beiden Häusern ist 
jedes Zimmer eine Pracht. 
Die Nachbarschaftt dieser Paläste 
Von diesen Palästen ist nur ein Schritt zu Gegenden, 
wo große Teile der Bevölkerung in den elendesten Miet- 
kasernen zusammengestopft sind. Es ist unleugbare Tat- 
sache, daß mehr als fünfzig Häuserblocke auf der Man- 
hattan-Insel — deren jeder nicht viel größer ist als der Raum, 
den die Astorpaläste bedecken — von je 3000 bis 4000 
Personen wimmeln; in manchem Häuserblock drängen sich 
sogar 6000 Personen zusammen. Im Jahre 1855, als man die 
Verhältnisse schon für schlimm genug hielt, hatte die Sektion 
im Süden der 14. Straße schon 417 476 Bewohner; 1907 
waren es aber 750 000. Vor vierzig Jahren waren nur die 
unteren Bezirke Manhattans übervölkert — jetzt hat sich 
die Übervölkerung auf alle Teile Manhattans und auf 
einige Teile von Bronx und Brooklyn ausgebreitet. In 
manchen Teilen New Yorks leben auf einem Areal von 
200 Morgen 200 000 Menschen, also 1000 auf einem Mor- 
gen (= 40'/, a). Nicht selten findet man achtzehn Per- 
sonen, Männer, Frauen und Kinder, die, von der Not ge- 
zwungen, in drei engen, erstickenden Räumen schlafen. 
Aber die Wohnungen der Astors in New York sind nur 
ein kleiner Teil ihrer vielen Paläste. In Newport haben sie 
stattliche Schlösser, die große Summen kosten; in Fern- 
cliffe am Hudson hatte John Jacob Astor (6) ein Gut von 
2000, Morgen; dieser Landsitz, in reiner italienischer 
Architektur erbaut, ist mit jedweder Annehmlichkeit und 
jedwedem Luxus ausgestattet. Sein Vetter William Waldorf 
Astor hat sich vor einigen Jahren freiwillig aus der Heimat
	        
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