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Zeit Deutschland zu seiner „hinkenden Goldwährung", weil es sein
überschüssiges Silber zu den gesunkenen Preisen nicht veräußern wollte.
Taler sollten, so bestimmte das Münzgesetz, nach wie vor, in gleicher Weise
wie die Goldmünzen, gesetzliches Zahlungsmittel für Zahlungen in jeglicher
Höhe bleiben. Wenn auch weder von seiten der Reichsbank noch der öffent
lichen Kassen oder Privatinstitute ein Aufdrängen der Talerstücke statt
gefunden hat — im Gegensatz zu Frankreich, wo die Bank von Frankreich
größere Beträge in silbernen 5-Frankenstücken zahlte und, wenn ausdrücklich
Gold verlangt wurde, dafür eine Extragebühr sP r ä m i e) forderte —, so
hatten wir doch in Deutschland bis zum 1. Oktober 1907 die hinkende
Goldwährung. Von diesem Tage ab war die Einlösung der Noten in
Gold durch Gesetz verbürgt, und Deutschland hatte jetzt die bereits durch das
Münzgesetz von 1873 vorgesehene „Reichsgoldwährung". Mit dem 4. August
1914 wurde die Goldwährung wieder aufgehoben; die Reichsbank löste ihre
Noten nicht mehr in Gold ein.
f) Silberwährung mit gesperrter Prägung
Silberwährung mit gesperrter Prägung besteht, wenn Silber allein
gesetzliches Zahlungsmittel ist, jedoch Private nicht das Recht haben, sich
für eigene Rechnung aus Silber Münzen prägen zu lassen. Der Staat
bestimmt einen festen Kurs, unabhängig von den Schwankungen des
Metallwerts. Durch Einstellung der Prägung erhält das überwertige
Metallgeld einen Monopolpreis sJndische Rupie). Dieses Währungssystem
bildet meist nur einen Übergangsabschnitt.
g) Papierwährung
Wenn wir als Gold- bzw. Silberwährung die gesetzliche Verfassung des
Geldwesens bezeichnen, durch die neben der Prägefreiheit die Einlösung der
umlaufenden Zahlungsmittel in Gold bzw. Silber vorgeschrieben ist, so
bedeutet Papierwährung nicht etwa analog: Einlösung der um
laufenden Zahlungsmittel in Papiergeld. Charakteristisch für das Papier
geld ist seine Nichteinlösbarkeit in Metallgeld. Es ist selbständiges
Wertvergleichsmittel und hat gesetzlich unbeschränkte Zahlungskraft.
Papiergeld wird oft mit „schlechtem" Geld identifiziert. Meist ungewollt,
vielmehr zwangsläufig wurde die Papierwährung eingeführt, als Folge
schwieriger Finanz- und Wirtschaftsverhältnisse. Wenn gesagt wird, Papier
geld sei wertloses Geld, weil der Stoff, aus dem es hergestellt wird,