13
Schnees zu hindern, so müssen Häuser und Ver
kehrswege durch Schutzbauten gegen die Lawinen ge
sichert werden. Gefährdete Straßen und Bahnstrecken
führen durch Gallerien, über deren Dach die Lawine
hinwegsaust. Lawinengallerien bestehen z. B. an den
Straßen über den Gotthard, den Simplon, die Ber
nina und an der Gotthard- und Albulabahn.
An weniger steilen Gehängen bleibt der Schnee
liegen; durch das Tauen und Wiedergefrieren wird
er zum körnigen Firnschnee und unter dem Druck der
darauf lastenden Massen zu Eis. Aus der Firn
mulde fließt und gleitet in langsamer Bewegung ein
Eisstrom, der Gletscher, talauswärts. Er reicht
bis tief unter die Schneegrenze, nicht selten bis in
den Waldgürtel hinunter und endigt da, wo die
Wärme ebensoviel Eis abschmilzt, als nachrückt. Der
Grindelwaldgletscher geht am tiefsten; seine Zunge
liegt bei 1150 m. Die Fläche der Firnfelder und
Gletscher der Schweiz wurde auf 2038 km- berech
net, das ist fast V20 der Gesamtfläche. Wegen des
schwankenden Gletscherstandes ändert die Zahl von
Jahr zu Jahr. Der mächtigste Eisstrom der Alpen,
der 25 km lange Aletschgletscher, bedeckt eine Fläche
von 130 km^.
Der von den Gehängen abstürzende Schutt wird
vom Gletscher talauswärts verfrachtet; das Eis er
scheint dadurch besonders am Gletscherende recht
schmutzig. Am Rande des Eisstromes entstehen Schutt-
wälle, Seitenmoränen. Wenn zwei Gletscher
sich vereinigen, so verschmelzen die beiden innern Sei
tenmoränen zu einer Mittelmoräne. Die meisten
Gletscher sind aus mehreren Armen zusammengesetzt
und tragen eine Reihe parallel verlaufender Mittel
moränen. Was von den Gesteinsbrocken auf den fel
sigen Untergrund gerät, wird hier als Grund-
moräne mitgeschoben und unter dem Druck der
Gletscher.
Moränen.