fullscreen: Ferdinand Lassalle

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Augenblick vergessen, als Madame zur Trauung schritt. 
Denken Sie sich dies seelenvolle Auge halb geöffnet, 
halb zu Boden geschlagen, mit den Tränen ringend, 
die es zu verdunkeln drohten, ein Myrtenkranz im 
bräutlichen Haar, ein rauschendes weißes Atlasgewand 
um diese reizenden Glieder..." 
„Genug, mein Sohn, du wirst zu poetisch," rief mein 
Vater halb scherzend, halb mißfällig. Madame drückte 
mir fast zu zärtlich die Hand, und der Gedanke stieg in mir 
auf: Wäre ich doch schon zwanzig Jahre alt! — „Ich gäb' 
ich weiß nicht was darum, wenn ich die Gunst dieses 
Weibes erringen könnte!" rief der Doktor, vom Tische 
aufspringend, mir zu. „Ha!" lächelte ich. „Wäre ich nur 
etwas älter!..." „Aber rate mir, mein Engel!" rief er. 
„Hören Sie, Sie begleiten die N. nach Hause und 
fragen auf dem Weg um Erlaubnis, ob Sie morgen 
sie besuchen dürfen. Sie wird es Ihnen nicht abschlagen. 
Dann gehen Sie morgen zu ihr. Ihr Mann verreist, 
ihr Schwager ist im Geschäft — wahrscheinlich ist sie 
allein. Und dann mutig voran! Ich wette, Monsieur, 
vous serez k plaindre..." 
Abends, als Madame N. heimeilen wollte, hatte sich 
Monsieur Lachs ihr durch meine Schwester zum Begleiter 
anbieten lassen und war natürlich angenommen. Shiff 
ging auf meinen Rat dennoch mit. Ich will gleich den 
weiteren Verlauf des Unternehmens hier mitteilen. 
Shiff wollte sie wegen Lachs' Anwesenheit nicht um 
Erlaubnis, sie zu besuchen, bitten, besuchte sie aber den 
noch am anderen Tage. Unglücklicherweise war die 
Schwägerin da. Bei uns erzählte man, daß die N. 
sich sehr über die Zudringlichkeit des Shiff gewundert
	        
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