Die Natur und die menschliche Arbeit.
Die äghptische Königin Kleopatra beschäftigte fortwährend zwölf
Sclaven mit Kornmahlen für ihren Hausbedarf, während jetzt ein
Dutzend Menschen hinreicht, um hunderttausend Menschen mit dem
nöthigen Mehl täglich zu versehen. Das giebt uns ein Bild von
der Kluft, die zwischen der Cultur von zwei Jahrtansenden liegt.
Ist mit diesem Unterschied zwischen jetzt und damals auch ein
Fortschritt bezeichnet? Sind wir durch die großartigen technischen
Erfindungen, durch welche die menschliche Mitwirkung an der
Production auf ein immer geringeres Maaß beschränkt wird, auf
einer höheren Stufe der Cultur angelangt? Ist Wohlstand, Reich.
thum, Glück dadurch verbreiteter, gemeinsamer geworden? Haben
die Vervollkommnungen in der Anwendung der Naturkräfte, durch
welche immer mehr menschliche Anstrengung überflüssig gemacht
wird, die Menschheit sittlicher gemacht und den Lebensgenuß erhöht?
Wird das leibliche, geistige und sittliche Gedeihen Aller dadurch
gefördert? Wir müssen diese Frage bejahen, wohl wissend, daß
von den verschiedensten Gesichtspunkten aus, selbst vom volkswirth
schaftlichen, dem nicht überall beigestimmt wird. In der Theorie,
wie in der Praxis hat man sich oft genug gegen die Vervoll⸗
kommnung des Maschinenwesens, gegen die gesteigerte Prodnction,
gegen die damit Hand in Hand gehende Erweiterung der menschlichen
Bedürfnisse ausgesprochen. Mit dem Ausrufe: Nieder mit den