Die Spätromantik.
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denn er hatte eine Ahnung von dem, was neuerdings unter dem
Begriffe der psychischen Kausalität gesucht wird, was Wundt zum
Teil unter der Lehre von der Heterogonie der Zwecke vorgetragen
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wandlung dieser Ahnung in Gewißheit oder wenigstens Theorie
die Ideenlehre mindestens ihrer Transzendenz entkleiden sollen.
Wichtiger war, daß Humboldts Ideenlehre auf die mittler⸗
weile gewaltig entwickelten Vorstellungen von der Wirkung
sozialpsychischer Kräfte in der Geschichte, auf das, was eigent⸗
lich Kulturgeschichte heißt, keine Rucksicht nahm. Nicht als ob
er ihr Bestehen nicht gekannt hätte, wundervoll genug hat er
sich vielmehr über sie gelegentlich geäußert. Aber sie schienen
ihm gegenüber dem faszinierenden Eindrucke der Ideenlehre
als von geringerer, wenn auch als von weit größerer Be—
deutung als die politischen Motive; und da ihm zudem als
Träger von Ideen nur Individuen oder als Individuen ge—
dachte Völker, nicht aber eigentlich sozialpsychische Kräfte in
Betracht zu kommen schienen, so hat er über sie nur aphoristisch
nachgedacht. So z. B. in der Abhandlung über die Aufgabe
des Geschichtschreibers. Und da hält er sie denn allerdings
für geeeignet, Regelmäßigkeiten und Gesetze des geschichtlichen
Lebens in solchen sozialpsychischen Entwicklungsreihen nach—
zuweisen, die sich wiederholen: vor allem also in den Perioden
des typischen Entwicklungsganges der Nationen. Aber das
scheint ihm ohne Bedeutung; es ist die Verachtung, mit der
im 17. Jahrhundert ein Vertreter des naturwissenschaftlichen
Pandynamismus, ein Nachfahre etwa des Paracelsus, auf
Galileis kleine und mühselige Versuche herabgesehen haben
könnte.
Und doch war inzwischen längst, wenn auch in sich über—⸗
aus unklar, und mehr als eine unbedingte Forderung des neuen
Zeitalters denn als eine geisteswissenschaftliche Methodenlehre
bon abgeschlossener Theorie die Arbeitsweise der Kulturgeschichte
erwacht. So sehr das zu erwarten war: denn die neue Psycho—
logie der Empfindsamkeit mußte alsbald die sozialpsychische
Vorstellungsweise hervorrufen: so überraschend ist es gleichwohl,
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