Object: Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

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sich jedoch getäuscht. Infolge unredlicher Handlungen der 
Beamten fielen die Einnahmen von Jahr zu Jahr. Im Jahre 
1826 hat man deshalb die Frage der Getränkeregie von 
neuem erörtert. Von allen Vorschlägen kamen nur zwei 
in Betracht, und zwar: Pacht und Akzise. Kankrin war der 
Anhänger der Getränkepacht, und er ist schließlich mit seiner 
Meinung gegen die der Opposition durchgedrungen 1 ). Die 
Getränkepacht wurde denn auch am 1. Januar 1827 wieder 
eingeführt. Das muß jedoch als ein großer Mißgriff Kankrins 
bezeichnet werden. Doch hat er in seiner irrtümlichen An 
sicht bezüglich dieser Pacht seine ganze Ministerzeit hin 
durch hartnäckig festgehalten. Eine Abweichung davon 
bildet nur die Getränke-Akzise, welche vom 11. November 
1834 ab in Transkaukasien erhoben wurde. 2 ) 
Zwecks Vermehrung der Einnahmen ist im Jahre 1838 
die Tabak-Akzise eingeführt worden. 8 ) Das ist auch die 
einzige neue Auflage, welche Kankrin überhaupt bewirkt 
hat, da neue Auflagen seiner Meinung nach möglichst ver 
mieden werden sollten. 
Trotz aller der oben erwähnten Maßnahmen hat Kankrin 
jedoch nicht vermocht, das Budget vor Störungen zu be 
wahren. Infolge von Mißernten und Kriegen, doch »auch 
-- wie er selbst sagt — weil die gespannte Finanzlage nicht 
erlaubte, in guten Jahren Reservefonds für ungünstige Jahre 
zu bilden« (ein Umstand, auf den er wiederholt hingewiesen 
hat), traten in einigen Jahren, so besonders 1834, 1835, 1841 
und 1842, Defizite zutage, welche durch verschiedene An 
leihen gedeckt werden mußten. 4 ) 
Vergleicht man aber die Budgets z. B. von 1827 und 
von 1843, so bemerkt man immerhin, daß die Einnahmen 
von 1843 im Vergleich mit 1827 ziemlich gestiegen sind. 
So beträgt der Zuwachs im Jahre 1843 gegen 1827 (in 
runden Zahlen): i) 
i) Bl. I. 143/4. — 2) Bl. I. 171/2. — «) Bl. I. 192. — <) Übers. 69-72.
	        
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