Unternehmen, das irgendwie mit seinem oder dem
Namen seiner Bank verknüpft war, war stets sehr
stark. Hierin äußert sich ein Charakterzug von ihm,
vielleicht der am besten ausgeprägte, nämlich sein un-
bedingtes Stehen zu seinem Wort, ganz gleich, ob es
sich nur um eine möglicherweise lose Verbindung
seines Namens mit dem betreffenden Unternehmen
oder um einen bindenden Vertrag handelt. Seine An-
sicht über diese Verpflichtungen erklärte er in einer
der längsten Reden, die er je gehalten hat, nämlich als
er als Zeuge vor dem Untersuchungsausschuß er-
scheinen und über die Northern-Pacific-Transaktion
im Mai 1901 aussagen mußte.
Es handelte sich damals um folgendes: E. H. Harri-
man hatte in wenigen Jahren ein großes Eisenbahnen-
monopol im Südwesten aufgebaut. Er trat nun an
James J. Hill heran und versuchte ihn zu überreden,
die Great Northern und die Northern Pacific mit den
Harriman-Bahnen zu fusionieren. Als Hill sich weigerte,
gab sich Harriman mit einem seiner charakteristischen
plötzlichen Entschlüsse daran, durch Aktienkäufe die
Kontrolle über die Northern Pacific zu erwerben.
Morgan hatte gerade den Stahltrust gegründet und war
nach Europa gefahren. Er und Hill und noch einige
beiderseitige Freunde besaßen etwa 40 Millionen
Stammaktien der Northern Pacific. Durch Harrimans
Käufe ging der Kurs höher und höher, und die Mor-
gangruppe stieß ein beträchtliches Aktienpaket ab,
bevor sie betreffs der merkwürdigen Kurssteigerung
Verdacht schöpfte. Hinterher ist es schwer zu ver-
stehen, wie es möglich war, daß Morgan & Co. solange
im unklaren waren, denn die Kontrolle der Bahn an
Harriman zu verlieren, war wirklich das allerletzte,
was sic wollten.
In dem Augenblick aber, da sie merkten, wer hinter
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