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und eine Kirche, die St. Martinikirche. Die Wynberg-
Flats bei Kapstadt sind in einem Umkreis von 6—7 deut
schen Quadratmeilen fast nur von Deutschen bewohnt, die in
einzelnen Farmen zerstreut dort leben. Dieselben gehören der
Kirchengemeinde Wynberg an, welche seit dem 1. Januar 1887
selbständig ist. Die Gemeinde besitzt eine deutsche Schule, zu
deren Erhaltung der „Allgemeine deutsche Schulverein" Beiträge
leistet. Die in Kapstadt erscheinende englische Zeitung „Cape-
Argus" schätzt die Zahl der in Kapstadt und nächster Umgebung
wohnenden Deutschen auf 5000. In Port Elizabeth,
dessen deutsche Kolonie unter ihren Mitgliedern mehr Kaufleute
ersten Ranges zählt als diejenige von Kapstadt, besteht eine
„Deutsche Liedertafel", die ein eigenes Haus und ein nicht un
bedeutendes Vermögen besitzt. Deutsche Ackerbaukolonien finden
sich vorzugsweise in dem Gebiete südlich vom K e i - Flusie;
dort, um King Williamstown herum, liegt eine Menge
rein deutscher Ortschaften, welche Namen führen wie Stutter-
heim. Berlin, Hamburg, Potsdam u. s. w. Auch
in Britisch-Kaffraria und Natal haben sich zahl
reiche deutsche Landleute niedergelassen. Behufs wirthschaftlicher
Ausnutzung des von England ziemlich unabhängigen P ondo
la nd es, welches zwischen dem 81. und 82.° südlicher Breite
am indischen Ozean gelegen ist und eine Fläche von über 200
deutschen Quadratmeilen einnimmt, hat sich in Berlin eine
eigene Gesellschaft, die „Deutsche Pondoland-Ge
s e l l s ch a f t " gebildet. Die Gesellschaft hat im Pondolande
einen sehr ausgedehnten Landbesitz erworben. In Durban
sind einige der reichsten und angesehensten Handelsherren
Deutsche. Auch in den Boerenrepubliken Oranje-Frei-
st a a t und Transvaal (Südafrikanische Republik)