Full text: Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

Die Bodenreform im Lichte des Freihandels. 
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dem Arbeiter. Bei gerechter Auferlegung der naturalen Grund 
rentensteuer wird niemand mehr Ackerland haben können, 
als er bebaut; die Latifundien müssen verschwinden, das 
Land wird wieder bevölkert: der Zins verschwindet, die Arbeiter 
werden wohlhabend; die Zollmauern sinken, dadurch ist ein 
Steigen der Grundrente verhindert, welche unter dem Schutze 
der heutigen Zölle von der Monopolrente befreit wird. 
Die „Lage“ in den Städten ist übrigens auch zum Teil 
nur das Resultat der zunehmenden Verarmung in den Städten 
selbst. Die verarmte Bevölkerung wohnt in ihren Quartieren, 
die reiche in den ihren. In den armen Quartieren werden 
große Geschäfte nicht errichtet. Die anderen Bedingungen 
der „Lage“ sind so auffällig aus der wirtschaftlichen und 
sozialen Misere herausgegangen, daß ich sie füglich nicht zu 
erwähnen brauche. 
Das ist meine Anschauung: Die Reform hat zu erreichen, 
die heute krankhafte „Monopolgrundrente“ -— wie ich sie 
nenne — auf die „Naturalgrundrente“ zu bringen, welche 
der natürlichen Leistung des Bodens entspricht. 
Damit weiche ich von den Anschauungen vieler Genossen 
ab, und ich bin der Meinung, daß es bei solchen schweren, 
zumal taktischen Differenzen nicht angeht, da gerade jetzt, 
die neu in Fluß kommende Freihandelsbewegung ein Darüber- 
hingleiten unmöglich macht, die Redaktion von „Frei Land“ 
weiter zu führen. 
In unbemerkter Weise kann der Rücktritt bis zum 1. Juli 
erfolgen, bis wohin ich „parteilos“ das Blatt leiten will. Es 
wird sich schon gern ein Genosse bereit finden. Aber wichtiger 
für mich ist, ob die Genossen ferner meine Zugehörigkeit 
zum Vorstande für möglich erachten, was ich selbst bezweifele. 
Es liegt nicht in meiner Natur, Statist zu sein. Die Wahr 
heit aber, soweit sie jeder zu erkennen vermag, geht mir über 
Freundschaft und alles.“ 
So war auch leider unser zu früh verstorbener Freund 
Dr. Stöpel der Ansicht, daß auch heute der selbst arbeitende 
Bauer keine Grundrente beziehe, zumal nicht im Reform 
staate ; einer ähnlichen Anschauung huldigt Dr. Hertzka in 
seinem schönen Buche „Freiland“, wo er den Grund und 
Boden als ein freies Gut betrachtet, Anschauungen, welchen 
wir uns nicht anzuschließen vermögen. 
Bei höherer Kultur und steigenden Bedürfnissen tritt bei 
sich mehrender Bevölkerung Teilung der Arbeit ein. Waren 
früher alle Einwohner Hirten, Fischer, Jäger, so widmet. 
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