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weil anerkanntermaßen bei den Steuerver-
waltungen der Städte weithin ein zureich endes
Verständ nis für die Lage der gewerblichen
Unternehmungen fehlt. Eine solche Regelung und
Beaufsichtigung der Steuererhe bung der Länder
und Gemeinden nach einheitlichen Gesichts-
punkten würde übrigens auch die geradezu wilde Vielgestaltig-
keit in den Gewerbe- und Realftenern der Länder endgültig ver-
schwinden lassen, und es würde so ein ü berflüssiger Ver-
waltungslu x us beseitigt, eine unwirtsschaftliche und
unzwec mäßige Doppelarbeit würde beseitigt. (Sehr
richtig! links.) Vor allen Dingen würde dadurch erreicht, daß
der mit vielen Risiken kämpfende Gewerbetreibende und
Kauf mann, auch der Landwirt endlich von der Gefaghr
einer völlig ungerechten Sonderbesteuerung be-
freit wird. (Zuruf links.) Es würde uns außerordentlich freuen,
wenn der Herr Reichsfinanzminister bereit wäre, hinsichtlich dieser
Zielpunkte und der Zeit, wo dieses Reichsrahmengesset Wirklichkeit
iverden soll, noch einige genauere Mitteilungen zu machen.
Ich erkläre übrigens ausdrücklich, daß die Ausführungen, die
ich eben hinsichtlich der Realsteuern gemacht habe, sich nicht nur
auf die Gewer best euer beziehen, sie beziehen sich genau so
auf die Grundsteuer. Daß die Grund vermögen -
st eu e r in Preußen z. B. mit den Gemeindezuschlägen so ungefähr
die ungerechteste und unsozial ste Steuer ist, die im
gegenwärtigen Steuersystem vorkommt, ist allgemeine Ueber-
zeugung. Ursprünglich war diese Grundsteuer als eine Ergänzung
zur Einkommensteuer gedacht; sie hat sich aber allmählich zu einer
schweren Last entwickelt, die aufgelegt wird, ohne daß dabei die
individuelle wirtschaftliche Lage des Betriebes, zu dem das Grund-
stück gehört, überhaupt gewürdigt wird. (Sehr wahr! bei den
Deutschnationalen.) Es hat unsere Genugtuung hervorgerufen,
daß der neue Herr Reichsfinanzminister bezüglich anderer Steuer-
wünsche, die von unserer Seite früher schon geäußert worden sind,
ein sympathisches Interesse gezeigt hat. Er hat darauf hingewiesen,
daß nach seiner Ansicht auch auf dem Gebiete der direkten Be-
steuerung noch allerhand Entlastungen möglich und notwendig seien.
Ich darf, um eine Einzelheit zu erwähnen, mir erlauben, darauf
hinzuweijen, daß wir ein besonderes Interesse an der Auseinander-
ziehung oder, anders gesagt, der Veredelung der Tarife
bei der Einkommen steuer haben, + ein. Gesichtspunkt,
auf den wir schon wiederholt aufmerksam gemacht haben.
Ein Wort noch zu den Aufwertungsfragen, die der Herr
Reichsfinanzminister auch gestreit hat! Wir schließen uns
seiner Auffassung an, daß eine grundsägliche A end erung
der gegenwärtigen Aufwertungsgesete aus-