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Die Wirtschaftlichkeit.
Ausdruck bringen, daß wir es mit der Wirtschaftlichkeit des Betriebes — in einzel
nen Handlungen, in einzelnen Teilen oder insgesamt — zu tun haben. Hier hat
zunächst und grundsätzlich der Begriff des Gewinns keinen Platz. Wir haben als
Gewinn (zweites Buch: D) den Unterschied zwischen den in Geld gefaßten Kosten
(Verlusten) und den in Geld gefaßten Erlösen (Gewinnen) bezeichnet. Gewinn
ist ein in Geld gerechneter Überschuß der Erlöse über die Kosten, sei es für das
einzelne Stück (oder bestimmte Mengen) oder für eine bestimmte Zeit (Bilanz
gewinn). Im Betriebe gibt es eine Wirtschaftlichkeit, auch wenn den Wirtschaftern
der Begriff und die Tatsache des Gewinns (im vorstehenden Sinne) unbekannt ist.
Sicherlich wird man beim Bau der Pyramiden den Gesichtspunkt der Wirt
schaftlichkeit — nach damaligen Maßstäben — berücksichtigt haben (oder etwa
nicht ?). Ebenso wird man von einer Wirtschaftlichkeit in der geschlossenen Haus
wirtschaft des Altertums und in der Klosterwirtschaft des Mittelalters sprechen
können. Auch heute wäre es denkbar, daß sich die Nachbarn einer arbeitsunfähigen
Bäuerin zusammentun, um deren Betrieb nach dem Merkmal der Wirtschaftlich
keit zu gestalten, ohne daß sie dabei an einen Gewinn zu denken brauchen. In
allen diesen Fällen kommen die zahlreichen Einzeldinge des Betriebes in Betracht,
die oben erwähnt worden sind und die auf ihre Wirtschaftlichkeit hin geprüft
werden müssen. Es ist offenbar, daß sowohl die Gestaltung der Wirtschaftlichkeit
wie auch ihre Überprüfung und Beurteilung mit Schwierigkeiten verknüpft sind.
Vielleicht begnügt man sich mit der einfachen Feststellung, ob die beabsichtigte
Leistung nach Güte oder Menge oder nach beiden Merkmalen erreicht worden ist.
Immer aber kommt es auf die Wirtschaftlichkeit des Betriebes und auf die beste
Gestaltung des Betriebes an, ist allein von der Betriebs-Wirtschaftlichkeit die Rede.
Die Vorstellung von Gewinn wie die Tatsache des Gewinnes fehlen vollständig; es
werden z. B. Töpfe hergestellt, große und kleine, viele oder wenige, gute oder
schlechte, brauchbare oder unbrauchbare; immer sind es Töpfe, auf die sich die
Vorstellungen beziehen.
Der Gewinn ist ein Kind der auf Geld abgestellten Erwerbswirtschaft. Er
kommt in dem Augenblick auf, als sich die Wirtschaft anschickt, in Geld zu rech
nen und sich die besondere Form der Erwerbswirtschaft, die kapitalistische Unter
nehmung, entwickelt. Wenn man von der kapitalistischen Grundrechnung (vgl.
2. Buch: A) ausgeht und annimmt, daß sich die Errichtung des Betriebes und seine
Durchführung genau nach den vorgesehenen Wirtschaftliohkeitsüberlegungen voll
zieht, dann ist der sich aus der Kapitalrechnung der Unternehmung ergebende Ge
winn zugleich der Ausdruck für die im Betriebe entfaltete Wirtschaftlichkeit. Aber
diese Voraussetzung trifft in der Wirklichkeit kaum für die Errichtung des Be
triebes, geschweige denn für den weiteren Ablauf der Betriebstätigkeit zu.
Der Gewinn setzt die Bewertung der Vorgänge in Geld voraus; er hängt von
den Geldkosten und Gelderlösen ab. Diese sind wieder abhängig von den Preisen
der Stoffe und Kräfte im Beschaffungs- und Absatzmarkt sowie von den Entgel
ten, die an die Mitarbeiter gezahlt werden. Da die Preise sich am Markt bilden oder
festgesetzt werden können, kann die Geldrechnung Gewinnergebnisse aufweisen,
die nicht mehr mit der Betriebs-Wirtschaftlichkeit gleichlaufend sind. Dann
fallen Rentabilität (Wirtschaftlichkeit der Unternehmung) und Betriebs-Wirt
schaftlichkeit (Wirtschaftlichkeit des Betriebes) auseinander. So kann es Vor
kommen, daß die Unternehmung aus Preissteigerungen hohe Gewinne ausweist,
obwohl ein Teil des Betriebes nicht ausgenützt oder im ganzen die Betriebs-Wirt
schaftlichkeit vernachlässigt ist. Andererseits kann der Betrieb auf das Wirt
schaftlichste eingerichtet sein, die Wirtschaftlichkeit der Unternehmung jedoch,
also die Rentabilität, zu wünschen übriglassen, wenn die Einrichtungen zu viel
Kapital erfordert haben, oder zu ungünstigen Preisen eingekauft oder verkauft